Alt 21.05.15, 12:25
Standard JinkoSolar, Yingli, Solarworld – wer überlebt am Ende?
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Ich bin für den Solarsektor ausgesprochen zuversichtlich! Der erste Grund dafür: Die meisten Solaraktien sind immer noch sehr günstig bewertet. Die Anleger haben zwar zur Kenntnis genommen, dass die Solarbranche die Talsohle durchschritten hat. Die wenigsten Investoren haben aber eine Vorstellung von dem enormen Boom, der der Solarwirtschaft in den nächsten Jahren bevorsteht.

Und damit sind wir schon beim zweiten Grund für meinen Optimismus: Die Sonnenenergie-Erzeugung ist inzwischen so gut wie konkurrenzfähig. Günstige Anbieter produzieren heute schon Module, die nur noch 50 bis 60 US-Cents je Watt Leistung kosten. In den kommenden Jahren werden die Preise nochmals fallen. Das führt dann allerdings dazu, dass Solarstrom in fast allen Ländern der Erde günstiger produziert werden kann als herkömmlicher „Strom aus der Steckdose“.

Der globale Solar-Durchbruch steht kurz bevor

Die Folge: Die Sonnenenergie hängt dann nicht mehr am Tropf staatlicher Förderprogramme. Stattdessen wird Solarstrom zum neuen „Billigstrom“ – und die Solarenergie wird zur bevorzugten Stromquelle, die weltweit in flächendeckendem Maßstab zum Einsatz kommen wird. Die globale Energiewirtschaft – und nicht zuletzt die Solarbranche selbst – werden sich radikal verändern. So rechnet etwa die Internationale Energieagentur (die nicht unbedingt für die Unterstützung der alternativen Energieproduktion bekannt ist), dass im Jahr 2050 sage und schreibe 27 Prozent der globalen Stromproduktion in Solaranlagen stattfinden wird.

Einige Solarfirmen werden es nicht schaffen

Die Solarbranche hat also eine glänzende Zukunft vor sich. Das Problem ist nur, dass etliche Unternehmen dieses goldene Zeitalter der Solarwirtschaft nicht mehr erleben werden. Denn der Wettbewerb bleibt beinhart. Die Hersteller von Solarzellen müssen im Preiskrieg mithalten können und dafür erhebliche Investitionen schultern. Und sie müssen technologisch eine Führungsposition einnehmen, um vom kommenden Solar-Boom wirklich profitieren zu können. Das kann – und wird – natürlich nicht allen Anbietern gelingen.

Yingli Green Energy – das nächste Opfer?

Ein Klassiker ist leider der Fall des einstigen Weltmarktführers Yingli Green Energy: Der chinesische Solarriese rangiert weltweit immer noch unter den Top-5-Anbietern, aber die Schuldenlast ist bedrohlich angewachsen. Als der Konzern diese Woche in seinem Jahresbericht erklärte, dass „substanzielle Zweifel“ am Fortbestand der Gesellschaft bestünden, brach die Aktie nochmals massiv ein. Jetzt will sich Yingli auf die Suche nach Investoren und strategischen Partner machen – ein Unterfangen mit ungewissem Ausgang für die Anleger.

Solarworld – die Zweifel bleiben

Die Solarworld AG wiederum hat zwar schon einen großen Entschuldungsschritt hinter sich gebracht (der für die Aktionäre sehr schmerzhaft war). Doch wirklich über den Berg ist auch der deutsche Solar-Platzhirsch noch nicht. Zwar stieg der Umsatz zuletzt wieder kräftig. Doch auch im laufenden Jahr dürfte Solarworld wieder rote Zahlen schreiben. Und die liquiden Mittel von 148 Mio. Euro sind nicht allzu hoch, wenn man bedenkt, welche Summen in der Solarzellen-Produktion bewegt werden, und welche Investitionen nötig sind, um auf dem Stand der Technik zu bleiben.

JinkoSolar – steiler Aufstieg mit dünner Kapitaldecke

Hoch verschuldet ist auch JinkoSolar – eine der populärsten Aktien aus dem Solarsektor. Ende des letzten Jahres waren allein schon die kurzfristigen Verbindlichkeiten des chinesischen Solarriesen höher als die Barmittel. Immerhin haben es die Chinesen aber auch geschafft, zu einem der weltweiten Kostenführer aufzusteigen. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Standortvorteil. China wird in den nächsten Jahren zum mit Abstand größten Solarmarkt der Welt aufsteigen.

20 Solar-Aktien im Check

Trotz bester Aussichten für den Solarsektor lauern bei einzelnen Solaraktien also durchaus Fallstricke. Ich habe deshalb gemeinsam mit meiner Redaktion einen Sonderreport verfasst. In dieser Spezialanalyse werden 20 Aktien aus dem Solarsektor auf den Prüfstand gestellt. Sie soll Anlegern, die sich für den kommenden Solar-Boom positionieren wollen, eine Entscheidungsgrundlage für ihre Einzel-Investitionen geben.

Dabei haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Bewertungen und die finanzielle Ausstattung der Unternehmen gelegt. Daneben wurden nicht nur reine Solarzellen-Hersteller, sondern auch Zulieferer und Ausrüster untersucht. Denn diese Gesellschaften können vom Aufstieg der Solarindustrie ebenfalls profitieren, sofern sie über zukunftsfähige Produkte und innovative Technologien verfügen.

Unser Fazit: Solaraktien bieten zurzeit weit überdurchschnittliche Chancen. Anleger sollten aber die Qualität ihrer Einzel-Investments genau prüfen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, das eingesetzte Kapital auf mehrere aussichtsreiche Titel zu verteilen.

Viel Erfolg bei der Geldanlage wünscht Ihnen


Ihr

Florian Schulz

Chef-Redakteur Emerging-Markets-Trader

http://www.emerging-markets-trader.de



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Florian Schulz ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Emerging Markets und Chefredakteur des Emerging-Markets-Trader Börsenbriefs. Mehr Infos unter: www.emerging-markets-trader.de.
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