Alt 14.01.21, 16:47
Standard Aussicht auf Stimuli stützt Aktien nur leicht
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NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street eröffnet am Donnerstag mit moderaten Aufschlägen. Gestützt wird der Markt von Hoffnungen auf ein neues Konjunkturpaket. Der künftige US-Präsident Joe Biden will seine Pläne für das nächste US-Hilfspaket präsentieren. Im Raum steht ein Volumen von etwa 2 Billionen US-Dollar, darunter direkte Hilfen an Bürger. Händler versprechen sich davon ein Anspringen des volkswirtschaftlich bedeutsamen US-Konsums. Die zusätzliche Wirtschaftshilfe komme auch dem Aktienmarkt zugute und bestätige einmal mehr die Hoffnung auf Wachstum, sagt Investment-Stratege Luc Filip von SYZ Private Banking. "Wie die Hilfe in der Realwirtschaft bis runter zu den kleineren Unternehmen implementiert wird, wird der Schlüssel sein", so der Experte weiter. Wie wichtig weitere Stimuli sind, zeigen überaus schwache wöchentliche Arbeitsmarktdaten.

Im frühen Handel steigt der Dow-Jones-Index um 0,3 Prozent auf 31.159 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legen um 0,2 bzw. 0,5 Prozent zu. Das auf den Weg gebrachte zweite Amtsenthebungsverfahren gegen den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump wird von Anlegern nur noch aus den Augenwinkeln beobachtet. Immerhin zehn Mitglieder von Trumps Republikanern stimmten im Repräsentantenhaus für die Amtsenthebung Trumps. Händler hoffen, dass das sich hinziehende Verfahren nicht zu einer erneuten Spaltung des Kongresses führe und wichtige Weichenstellungen damit verhindert würden.

Dollar fest - Wachstum voraus

Am Devisenmarkt neigt der Dollar zur Stärke. Der Euro fällt auf 1,2121 Dollar nach 1,2172 im Tageshoch. Das geplante Wirtschaftspaket könnte die Konjunktur beflügeln und dann die US-Notenbank zum langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik bewegen, heißt es. Das Zurückfahren der quantitativen Lockerungen werde bereits aktuell diskutiert, heißt es. Commerzbank-Analystin Antje Praefcke sieht derzeit wenig, was den Eurokurs markant treiben könnte. Dagegen stünden auf der Dollarseite die aktuelle Diskussion, dass die Fed in absehbarer Zeit mit einer Dämpfung der expansiven Geldpolitik beginnen könnte.

Am Rentenmarkt fallen die Notierungen wieder - wenn auch nur leicht. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 0,9 Basispunkte auf 1,10 Prozent. Die Summen, die von der Biden-Administration für ein neues Konjunkturprogramm vorgeschlagen würden, seien schwindelerregend, heißt es mit Blick auf steigende Schulden und in der Folge anziehende Renditen.

Dollarstärke und steigende Marktzinsen haben zunächst den Goldpreis belastet. Mittlerweile hat die Feinunze ins Plus gedreht und verteuert sich um 0,3 Prozent auf 1.851 US-Dollar. Die US-Importpreise sind im Dezember wieder schneller und auch deutlicher als vorausgesagt gestiegen. Mit der erwarteten Geldflut des geplanten Fiskalpaketes steige das Inflationsrisiko, was dem Edelmetall in die Karten spiele, heißt es im Handel.

Am Erdölmarkt fallen die Preise: US-Leichtöl der Sorte WTI verliert 0,5 Prozent auf 52,64 Dollar je Fass, der Preis für die europäische Sorte Brent ermäßigt sich um 0,9 Prozent auf 55,57 Dollar. Das Erdölkartell geht von einer gedämpften Nachfrage im ersten Quartal aus. Diese dürfte 4 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen.

Tesla von Behörden ausgebremst

Unter den Einzelaktien fallen Tesla um 0,8 Prozent. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat den Elektroautohersteller aufgefordert, rund 158.000 Fahrzeuge wegen Sicherheitsbedenken zurückzurufen.

Blackrock sinken um 2,4 Prozent. Der Vermögensverwalter hat die Markterwartungen im vierten Quartal geschlagen. Aufgrund der zuletzt starken Kursentwicklung könnten Anleger Gewinne einstreichen, heißt es. Delta Air Lines steigen um 4,4 Prozent, die Fluggesellschaft rechnet mit Zugang zu liquiden Mitteln in der ersten Periode von bis zu 19 Milliarden Dollar.

Die Papiere von Nordstrom verlieren 4,4 Prozent. Für November und Dezember vermeldete die Kauf- und Versandhauskette einen Umsatzrückgang um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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