Alt 12.01.21, 16:46
Standard Wall Street nach Vortagesverlust stabilisiert
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach den Kursverlusten zum Wochenstart reicht es an der Wall Street am Dienstag nur zu einer Stabilisierung knapp im Plus. Auch wenn am Markt die Meinung weiter steigender Aktienkurse mit der Aussicht auf eine Konjunkturerholung weit verbreitet ist, verweisen Händler zunehmend auf Störfeuer vom Rentenmarkt. Im frühen Geschäft gewinnt der Dow-Jones-Index 0,1 Prozent auf 31.033 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legen um 0,1 bzw. 0,3 Prozent zu.

Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen mittlerweile rund 1,17 Prozent nach 0,90 Prozent vor Monatsfrist ab. Damit rentieren US-Rentenpapiere auf dem höchsten Stand seit Ende Februar vergangenen Jahres und bieten somit eine Alternative zu Aktien. Auf Tagessicht steigt die Zehnjahresrendite um weitere 2,2 Basispunkte.

Vertreter der US-Notenbank deuteten an, die Fed könnte ihre Anleihekäufe schon 2021 zurückfahren, sollte sich die US-Wirtschaft zügig erholen. Daher schauen Anleger auf die Reden von Fed-Gouverneurin Lael Brainard und Fed-Präsidentin Loretta Mester aus Cleveland im Tagesverlauf. Auch die Aussicht auf eine deutlich steigende Staatsverschuldung belastet die Rentennotierungen und treibt die Renditen nach oben. Nach der Emission 3-jähriger Schuldpapiere am Vortag versteigert das Schatzamt am Dienstag zehnjährige Titel im Umfang von 38 Milliarden Dollar.

Politik Thema, aber kein wichtiges

Mit den politischen Unsicherheiten in Washington rund um ein weiteres Amtsenthebungsverfahren gegen den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump dürfte das Kurspotenzial an der Wall Street kurzfristig begrenzt bleiben, heißt es im Handel. Dem Kongress drohe damit eine erneute Spaltung, die wichtige politische Weichenstellungen verhindern könne. Andere Stimmen sprechen dagegen von einem Nebenkriegsschauplatz ohne große Bedeutung für die Finanzmärkte.

Die in den USA weiter nicht eingedämmte Pandemie dämpft die Kauflaune. "Wir erleben einen Wiederanstieg der Infektionsraten und es gibt ein Fragezeichen darüber, wie sich die nächsten Monate entwickeln werden", sagt Portfolioverwalterin Maria Municchi von M&G Investments.

Nach dem größten Dreitagessatz des US-Dollar seit September 2020 kommt der Greenback ganz leicht zurück. Der WSJ-Dollarindex gibt 0,1 Prozent nach. Die US-Währung profitierte von steigenden Anleiherenditen.

Die Pause bei der Dollaraufwertung nutzten Anleger zunächst zum Einstieg bei Gold, der Preis kommt aber wieder deutlich zurück. Die Feinunze verteuert sich aktuell nur noch um 0,2 Prozent auf 1.847 US-Dollar - nach einem Tageshoch bei 1.864 Dollar. Die steigenden Renditen drücken den Preis des zinslosen Edelmetalls. "Es war absehbar, dass Gold nicht schon wieder so nach oben durchzieht wie bei den jüngsten Erholungswellen", so ein Händler. Mit jedem weiteren Rückschlag nähmen die Zweifel an der Nachhaltigkeit der Erholung zu.

Öl auf Elfmonatshoch

Am Erdölmarkt steigen die Preise knapp auf ein Elfmonatshoch: US-Leichtöl der Sorte WTI kostet pro Fass mit 52,72 Dollar 0,9 Prozent mehr als am Vortag - europäisches Referenzöl der Sorte Brent mit 56,33 Dollar gar 1,2 Prozent. Saudi-Arabien und andere Erdölförderer hatten die Preise für Lieferungen ab Februar angehoben. Am Handel spricht man daher von einer guten Nachfrage. Die Nettolongposition bei Brent - eine Wette auf anziehende Preise - erreichte an der ICE das höchste Niveau seit Februar 2020.

Twitter und Tesla gesucht

Unter den Einzelaktien gewinnen Twitter 0,9 Prozent. Das soziale Medium hat 700.000 Zugänge der QAnon-Verschwörungstheoretiker von seiner Plattformen verbannt. Anhänger der Bewegung waren am Sturm auf das Kapitol beteiligt und gelten als Trump-Anhänger.

Tesla ziehen um 3,6 Prozent an. Laut indischen Medienberichten verhandelt der Elektroautohersteller mit Tata Motors über eine Kooperation in Indien. Die in den USA notierten Titel des chinesischen Pharmaentwicklers Beigene klettern um 7,2 Prozent. Die Gesellschaft ist eine Partnerschaft mit dem schweizerischen Pharmakonzern Novartis eingegangen.

Albertsons steigen um 5 Prozent. Die Supermarktkette wartet mit Geschäftszahlen über Markterwartung auf und überrascht mit der Dividendenzahlung positiv. Die Aktien von Limoneira sinken um 6,1 Prozent. Das Unternehmen, das vor allem Citrusfrüchte vertreibt, verdoppelte im vierten Quartal den Verlust im Vergleich zum Vorjahr.

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January 12, 2021 09:48 ET (14:48 GMT)

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