Alt 11.01.21, 16:58
Standard Wall Street von Gewinnmitnahmen belastet
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach der Rekordjagd zum Wochenschluss stehen die Zeichen an der Wall Street am Montag auf Gewinnmitnahmen. Nach dem schwachen Arbeitsmarkt hatten Teilnehmer auf mehr Konjunktur stimulierende Maßnahmen durch den designierten US-Präsidenten Joe Biden gesetzt. Doch nun wird ein Teil dieser Hoffnungen wieder ausgepreist. Denn das von führenden Demokraten angekündigte erneute Amtsenthebungsverfahren gegen den noch amtierenden Präsidenten Donald Trump wegen dessen Rolle beim Sturm auf das Kapitol könnte zu einer erneuten Konfrontation im Kongress zwischen Demokraten und Republikanern führen. Damit dürfte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei neuen Konjunkturmaßnahmen schwinden, so die Befürchtung unter Marktteilnehmern. Daran änderten auch die neuen Mehrheitsverhältnisse zugunsten der Demokraten zunächst nichts.

Im frühen Geschäft sinkt der Dow-Jones-Index um 0,6 Prozent auf 30.902 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite verlieren 0,8 bzw. 1,1 Prozent. Zudem rückt die Coronapandemie wieder stärker ins Bewusstsein. Experten warnen vor weiteren Höchstständen bei Neuinfektionen, Krankenhausaufenthalten und Todesraten nach den Weihnachtsfeiern und Familienreisen im Dezember.

"Alles läuft ein bisschen holpriger, als wir es vor einer Woche vermutet hatten. Es fühlt sich an, als sei 2020 noch nicht wirklich zu Ende. Wir befinden uns mitten in einer Pandemie, wir reden immer noch über die US-Politik und dies sogar mehr denn je. Die zugrundeliegende Geschichte ist immer noch so ziemlich die gleiche", sagt Chefstratege Luca Paolini von Pictet Asset Management. Etwas gedämpft wird die Stimmung auch von neuem Streit zwischen den USA und China, nachdem die Trump-Regierung die Beziehungen zu Taiwan normalisiert hat.

Rendite-Anstieg geht weiter

Die Erwartung eines weiteren üppigen Konjunkturpaketes unter der Ägide der künftigen Biden-Administration hat jüngst die US-Rentennotierungen belastet und die US-Renditen steigen lassen. Händler sprechen zudem von der Erwartung, die Regierung könnte zur Finanzierung des Fiskalpakets neue Schulden machen. In der Folge zieht die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zum Wochenstart um einen weiteren Basispunkt auf 1,13 Prozent an. Die steigenden Renditen würfen die Frage auf, wie die US-Notenbank möglicherweise reagieren werde. Die Fed werde einen zu deutlichen Anstieg der Renditen aktuell nicht zulassen, heißt es.

Die gestiegenen Renditen stützen derweil den Dollar, der ICE-Dollarindex legt um 0,5 Prozent zu. Die US-Renditen hatten in der Vorwoche den höchsten Anstieg seit Juni verbucht.

Dollar drückt Gold- und Ölpreis

Der feste Dollar und gestiegene Marktzinsen belasten derweil den Goldpreis. Die Feinunze verbilligt sich um 0,8 Prozent auf 1.835 US-Dollar. Der feste Dollar belastet auch die Ölpreise. Zudem sprechen Händler von Nachfragesorgen angesichts der Corona-Lockdowns in Europa und China. Vor allem die neuen Ausbrüche der Seuche in China drücken die Preise, nachdem es dort lange Zeit ruhig gewesen ist. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um 1,4 Prozent auf 51,52 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 1,5 Prozent auf 55,17 Dollar.

Unter den Einzelwerten stürzen Twitter um 11,1 Prozent ab, nachdem der Kurznachrichtendienst den amtierenden US-Präsidenten Trump dauerhaft von seinen Plattformen verbannt hat. Facebook hat das Trump-Profil ebenfalls gesperrt. Die Titel geben 4 Prozent ab. Laut Händlern könnten sich Trump-Anhänger von den Sozialen Netzwerken abwenden.

Eli Lilly springen um 13,8 Prozent in die Höhe. Der Pharmakonzern meldet positive Studienergebnisse bei einem Alzheimer-Medikament. Gilead steigen um 1,8 Prozent. Das Pharmaunternehmen hat seinen Umsatzausblick angehoben. Zugleich wurde die Ergebnisspanne eingeengt. Ein neues Modell treibt die ADR-Titel des chinesischen Elektroautobauers Nio um 11,1 Prozent nach oben.

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January 11, 2021 09:49 ET (14:49 GMT)

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