Alt 18.04.19, 18:56
Standard Kaum verändert - Börsengänge erfolgreich
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NEW YORK (Dow Jones)--Wenig Bewegung zeigt sich an der Wall Street am Donnerstagmittag Ortszeit. Daten zu den Einzelhandelsumsätzen in den USA waren überraschend gut ausgefallen, vermögen aber keine große Euphorie auszulösen. Der Dow-Jones-Index steigt 0,3 Prozent auf 26.514 Punkte. Der S&P-500 tendiert unverändert. Der Nasdaq-Composite verliert 0,2 Prozent.

Allzu große Sprünge machen die Kurse auch deshalb nicht, weil die Anleger vor dem langen Osterwochenende kein Risiko eingehen wollen, vermuten Marktbeobachter. In den USA bleiben die Börsen am Karfreitag geschlossen, der Handel wird am Montag wieder aufgenommen.

Immerhin scheinen die Handelsgespräche mit China bald abgeschlossen. Ende April wird der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer zu Verhandlungen nach Peking reisen, erfuhr das Wall Street Journal aus Verhandlungskreisen. In der Woche darauf werde der chinesische Vizeministerpräsident Liu Hu zu einem Gegenbesuch in Washington erwartet. Ein Abkommen könnte Ende Mai/Anfang Juni unterzeichnet werden.

Geballte Ladung an Konjunkturdaten und Unternehmensbilanzen

Am Donnerstag muss eine ganze Reihe von Konjunkturdaten verarbeitet werden. Der vor der Startglocke veröffentlichte Philadelphia-Fed-Index ging im April stärker als erwartet zurück, dafür stieg der Einzelhandelsumsatz im März überraschend deutlich. Auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche überraschte positiv mit einem Rückgang, während Ökonomen einen Anstieg prognostiziert hatten. Besonders der viel beachtete Einzelhandelsumsatz ist nach Einschätzung eines Händlers ein Zeichen für die Stärke der US-Wirtschaft. Die einzige Gefahr für die Börsen bestehe nun darin, dass wieder Zinserhöhungsfantasie in den Markt kommen könnte. Die Markit-Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende und das nicht-verarbeitende Gewerbe im April blieben unter den Erwartungen, während der Index der Frühindikatoren aus dem März und die Februar-Daten zu den Lagerbeständen den Prognosen entsprachen.

Daneben läuft die Bilanzsaison weiter. Am Vorabend hat unter anderem der Aluminiumkonzern Alcoa Geschäftszahlen zum ersten Quartal vorgelegt. Das Unternehmen meldete einen Verlust und zeigte sich für das laufende Jahr zurückhaltend, was die Aktie um 4,1 Prozent drückt.

Am Donnerstagmorgen (Ortszeit) veröffentlichten Philip Morris und American Express Zahlen und Ausblicke die Licht und Schatten enthielten. American Express steigen um 1,7 Prozent, während Philip Morris um 1,4 Prozent nachgeben. Auf den Tabakwerten lastet eine Initiaative des republikanische Mehrheitsführer im Senat, der das Mindestalter zum Kauf von Tabakwaren auf 21 von 18 anheben will. Altria fallen um 2,4 Prozent, BAT um 1,4 Prozent.

Der Mischkonzern Honeywell hat im ersten Quartal mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Die Aktie steigt um 2,8 Prozent. Der Ölkonzern Schlumberger hat zwar mit dem Umsatz die Erwartungen übertroffen, doch ging dieser im Vergleich zum Vorquartal ebenso wie der Gewinn zurück. Die Anleger scheinen dies dem Unternehmen nicht zu verübeln, denn die Aktie zeigt sich 0,6 Prozent höher.

Mit Pinterest und Zoom Video Communications geben am Donnerstag zwei Technologie-Startups ihr Debüt an der Börse. In beiden Fällen darf der Gang aufs Parkett als gelungen bezeichnet werden. Der erste Kurs der Pinterest-Aktie lag mit 23,75 Dollar um 25 Prozent über dem Ausgabepreis, den das Unternehmen bei 19 Dollar festgesetzt hatte. Für Zoom wurde ein erster Kurs von 65 Dollar festgestellt - gegenüber dem Ausgabepreis von 36 Dollar ein Plus von gut 80 Prozent.

Schwache europäische Einkaufsmanagerindizes belasten Euro

Am Devisenmarkt fällt der Euro deutlicher unter die Marke von 1,13 Dollar, nachdem Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone schwächer als erwartet ausgefallen sind. Aktuell geht die Gemeinschaftswährung mit rund 1,1240 Dollar um.

Die Ölpreise zeigen sich wenig verändert. Einerseits lastet der stärkere Dollar, andererseits setzen Anleger darauf, dass die Sanktionen gegen Iran und Venezuela die Preise stützen und möglicherweise auch ein Ende der derzeit geltenden Opec-Fördermengenbeschränkungen kompensieren können. Der Preis für ein Barrel US-Rohöl der Sorte WTI fällt um 0,1 Prozent auf 63,68 Dollar. Brentöl legt um 0,2 Prozent auf 71,74 Dollar zu.

Gold tritt auf der Stelle. Die Feinunze notiert kaum verändert bei 1.274 Dollar.

Staatsanleihen sind gefragt, was Händler mit den schwachen Daten aus der Eurozone erklären. Die Zehnjahresrendite sinkt um 3,4 Basispunkte auf 2,56 Prozent. Dünne Umsätze aufgrund einer verkürzten Sitzung könnten die Kursbewegungen allerdings verzerren. Der US-Anleihehandel endet am Donnerstag schon um 20.00 Uhr MESZ.

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April 18, 2019 12:02 ET (16:02 GMT)

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