Alt 15.11.11, 12:37
Standard Die Welt ist schön!
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Die Krise ist eher in den Köpfen als in der Realität

Eine drohende Rezession scheint eine ausgemachte Sache zu sein. Aber es fehlen die Beweise. Die Unternehmensgewinne übertreffen weltweit die Erwartungen - die Umsätze auch. Die Welt ist robuster als es scheint.


Zahlen besser als erwartet

Die Unternehmen in den USA berichten stets am schnellsten. Ihre Ergebnisse sind ein guter Hinweis auf die weltweite Tendenz. Per heute haben 433 der S&P 500 Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt – 70 % davon haben die Analystenerwartungen übertroffen. Das durchschnittliche Gewinnwachstum betrug 16,8 % - 6 % mehr als erwartet! Die Berichte der 67 verbleibenden Firmen werden an dieser Tendenz nicht viel ändern. Das dritte Quartal wird das achte Quartal in Folge sein, in dem die Unternehmensgewinne steigen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt verzeichnet jede Branche höhere Gewinne als im Vorjahr. Energieunternehmen vorneweg mit einem Gewinnwachstum in Höhe von 59,1 % im dritten Quartal. Bei den Basismaterialien waren es 33,4%. Industrieunternehmen und zyklische Konsumwerte folgten mit 20,2 % bzw. 19,5 %. Selbst die gebeutelten Finanzwerte haben um erfreuliche 9,7 % zugelegt! Bei den Telekommunikationsunternehmen sind die Erträge um 10,6 %, bei nicht-zyklischen Konsumwerten um 9,4 %, Gesundheit um 9,3 % und Technologiewerten um 8,3 % geklettert. Selbst die Versorger, diesmal der schwächste Sektor, konnten ein Gewinnwachstum von 1,6 % vorweisen.


Umsätze zeichnen ein positives Bild

Worauf es jedoch wirklich ankommt, ist das Umsatzwachstum. Gewinnwachstum ist schön, aber der Zusammenhang zwischen Umsatzwachstum und weltweiter Nachfrage ist viel unmittelbarer. Die Gewinne können auch durch Kosteneinsparungen erhöht werden, die Umsätze signalisieren unverfälschter eine weltweite Expansion!

Das Umsatzwachstum war nicht nur kräftig, sondern hat im zweiten wie auch im dritten Quartal an Tempo gewonnen. Bei den bisher vorgelegten Quartalszahlen beträgt das durchschnittliche Umsatzplus 11 %. Auch hier fußt die Entwicklung auf einer breiten Basis - mit steigenden Absätzen in jedem Sektor. Die Umsätze der Energieunternehmen sind gegenüber dem Vorjahr um 25 % gestiegen. Eine wachsende Welt braucht Energie. Wenn die Umsätze der Energielieferanten steigen, kann die Situation nicht so schlimm sein. Bei den Materialien sind die Umsätze um 15 %, bei zyklischen Konsumwerten um 11 % und bei Technologiewerten um 11 % gestiegen. Die Tatsache, dass diese zyklischen Branchen gerade am stärksten wachsen, wenn die Anleger so depressiv sind, ist ein klares Kaufsignal! Die alte Börsenweisheit gilt: „Seien Sie gierig wenn alle anderen ängstlich sind!“


Zukunft ungewiss

Kann das so weiter gehen? Für das vierte Quartal erwarten die Analysten zurzeit ein Gewinnwachstum in Höhe von 16,7 %, was ich für realistisch oder gar zu tief geschätzt halte. Die Fundamentaldaten sprechen auf jeden Fall für weiteres Gewinnwachstum. Im dritten Quartal sind die Konsumausgaben schneller gestiegen als erwartet, was so weiter gehen dürfte. Auf der Angebotsseite sind die Vorratsbestände weiterhin niedrig (das US-amerikanische BIP-Wachstum wurde im dritten Quartal sogar hauptsächlich von einem Rückgang bei den Vorräten belastet), während die Kapazitätsauslastung bei 77,4 % noch ordentlich Luft nach oben hat. Die Unternehmen können also mehr produzieren, ohne dass ihre Fixkosten deutlich steigen. Darüber hinaus halten Unternehmen außerhalb der Finanzbranche liquide Mittel in Höhe von sage und schreibe 1,5 Billionen Euro. Während also die Staaten in den Sog der Schuldenkrise gezogen werden, horten Unternehmen und Privatanleger Bargeld in Rekordhöhe.


Fazit

Die zunehmende Verbesserung dieser globalen Fundamentaldaten wird ignoriert - die Marktstimmung bleibt weiterhin extrem negativ. Diese Situation bietet Gelegenheiten. Nehmen Sie den Kopf aus dem Sand und schauen Sie sich um!
Für Inhalt und Rechtmäßigkeit dieses Beitrags trägt der Verfasser Thomas Grüner die alleinige Verantwortung. (s. Haftungshinweis)  
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