Alt 29.11.09, 21:07
Schwarzer Freitag!
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Das stand sogar im Kalender.

Es kommt wirklich nicht oft vor, dass sich die Bewegungen der Aktienmärkte bereits vorher im Kalender finden. Heute war dies der Fall. Nach der überraschenden Ankündigung Dubais, seine Schulden nicht mehr fristgerecht bedienen zu können bzw. wollen, gerieten die Finanzmärkte in heftige Turbulenzen. Wie sollte man mit dieser Situation umgehen?

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Schlagzeilen aus dem Orient

"Dubai Debt Shock" titelt Bloomberg. Sogar die "Bild" schreibt dazu heute: Wer heute nach Dubai kommt, vermisst viel von der emsigen Bautätigkeit der vergangenen Jahre. Das Prestige-Objekt, die Palmeninsel: ein Friedhof aus halbfertigen Neubauten. Dem Emirat am Golf ist das Geld ausgegangen und nun zittert die Welt. Stürzt Dubai die Finanzmärkte weltweit in die nächste Krise? 60 Milliarden Dollar Schulden stehen als dickes Minus auf dem Konto der Holding-Gesellschaft Dubai World. Auf 80 Milliarden Dollar bezifferte die Rating-Agentur Moody's die Staatsschulden. Die Regierung bat die Gläubiger um Zahlungsaufschub. Entsetzen bei den Investoren. DENN: Es geht um nur 3,5 Milliarden US-Dollar. Es gab Zeiten, da hätte die Regierung das aus der Portokasse bezahlt. Viele Schlagzeilen überall. Aber was steckt wirklich dahinter?

Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Betrachtet man sich die Märkte im kurzfristigen Verlauf, dann kommen viele Faktoren zusammen. Die gestrige Nachricht fiel auf den US-Feiertag "Thanksgiving". Immer am vierten Donnerstag im November werden in den USA massenweise Truthähne gespachtelt. Der sich anschließende Brückentag zum Wochenende wird auch "Black Friday" - eben Schwarzer Freitag - genannt. Dieser Freitag gilt in den USA traditionell als der Start des eigentlichen Weihnachtsgeschäfts und sein Verlauf ist ein wichtiger Stimmungstest für den Zustand der US-Konjunktur.

Black Friday

An den Finanzmärkten dagegen sind Thanksgiving und der Black Friday eigentlich eher ruhige Handelstage. Die US-Börsen bleiben geschlossen und damit fällt der mit großem Abstand umsatz- und volumenstärkste Handelsplatz der Welt aus. Der "Rest der Finanzwelt" ist an diesen Tagen entsprechend anfälliger und sensitiver für Kursschwankungen. Gerade in diese Tage platzte die Nachricht aus Dubai. Zufall? Aus unserer Sicht spricht vieles dafür, dass dies zu großen Teilen eine "politische Nachricht" gewesen ist. Die damit ausgelösten Kursturbulenzen haben die Verhandlungsposition der Akteure aus Dubai tendenziell eher verbessert. Die Neuverhandlung der Kredite und Rückzahlungsmodalitäten wird mit diesem "Druckmittel" sicher erleichtert.

Die Finanzmärkte erholen sich bisher recht zügig von dieser Schockwelle. Der Goldpreis - gerne als Krisengewinner bezeichnet - kam im frühen Handel ebenfalls heftig unter die Räder. Der US-Dollar profitierte von Rückabwicklungen der so genannten Carry Trades und die Staatsanleihen profitierten von ihrer Funktion als angeblich "sicherer Hafen". Die frühen und großen Tagesverluste an den Aktienmärkten haben sich mittlerweile spürbar abgebaut.

Krise längst nicht ausgestanden

Die heutige Entwicklung zeigt auf, dass die Finanzkrise - und ihre Ausläufer - natürlich noch längst nicht beendet ist. Sie zeigt aber auch auf, dass die globalen Notenbanken noch wesentlich länger - als von vielen Marktteilnehmern gefürchtet - ihre Politik der extrem tiefen Zinssätze fortführen müssen, um nicht erneute Turbulenzen zu begünstigen. Für die Aktienmärkte sind das gute Nachrichten. Auch wenn sich das heute in vielen Kommentaren ganz anders anhört.

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Fazit

Die heute früh bereits als Dubai-Krise bezeichnete Entwicklung hat das Zeug zu einer der kürzesten Krisen der Finanzgeschichte. Es spricht recht viel dafür, dass es sich hierbei viel eher um den berühmten Sturm im Wasserglas gehandelt hat. Die Scheichs haben lediglich ihre Verhandlungsposition verbessert.
Für Inhalt und Rechtmäßigkeit dieses Beitrags trägt der Verfasser Thomas Grüner die alleinige Verantwortung. (s. Haftungshinweis)  
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