Alt 15.12.17, 13:45
Standard Rentenreport KW 50: Fed geht den nächsten Zinsschritt
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Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beschloss am Mittwoch wie erwartet, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,25 und 1,50 Prozent anzuheben. Diese Anhebung ist der dritte Zinsschritt der Fed im laufenden Jahr. Sie erfolgte mit zwei Gegenstimmen von den Notenbankern Charles L. Evens und Neel Kashkari, welche den Leitzins unverändert belassen wollten.

Es dürfte die letzte große Entscheidung von Fed-Präsidentin Janet Yellen gewesen sein, die Anfang Februar abtritt. Ihr designierter Nachfolger, der langjährige Fed-Direktor Jerome Powell, gilt als Garant der Stabilität, auch weil er unter Yellens Führung jede große Entscheidung mitgetragen hat – so auch die vorherigen Zinserhöhungen im März und Juni. In den Jahren 2018 und 2019 sollen jeweils drei weitere Schritte folgen. Yellen äußerte, dass die Änderungen in der Steuerpolitik der Wirtschaft in den kommenden Jahren wahrscheinlich Auftrieb geben wird. Die beiden Kammern des amerikanischen Kongresses einigten sich ebenso am Mittwoch auf einen endgültigen Gesetzentwurf für die geplante Steuerreform. Demnach soll die Unternehmenssteuer von derzeit 35 auf 21 Prozent sinken. Der Höchststeuersatz für Familien und Alleinstehende soll auf 37 Prozent sinken. In der kommenden Woche soll im Senat und Repräsentantenhaus darüber abgestimmt werden. Die Mehrheiten gelten als wahrscheinlich, besonders im Senat aber als nicht sicher.

Bundes-/ Staatsanleihen

Die Kurse deutscher Bundesanleihen gaben zur Wochenmitte nach. Während sich die Abgabebereitschaft bei kurzen und mittleren Titel in Grenzen gehalten habe, seien lange und ultralange Laufzeiten stärker unter Druck geraten. Der richtungweisende Euro-Bund-Future notierte am Mittag bei 163,11 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 0,33 Prozent.


Anlegertrends

Neue Bonds der Volkswagen Bank GmbH stark nachgefragt

Die Volkswagen Bank GmbH hat drei Anleihen im Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro platziert. Dies ist die dritte Euro-Benchmark-Emission der Volkswagen Finanzdienstleistungen in diesem Jahr und die erste der Volkswagen Bank GmbH seit August 2014. Die Volkswagen Leasing GmbH hatte bereits im Juni und September öffentliche Anleihen mit einem Volumen von zusammen 5,75 Mrd. Euro emittiert.

Die Emission war enorm stark nachgefragt. Das Unternehmen nutzt die aktuell optimalen Marktkonditionen, um seinen Kunden attraktive Finanzierungskonditionen bieten zu können.

Bei Anlegern an der Börse Stuttgart stand insbesondere die bis Dezember 2025 laufende Anleihe (WKN: A1X3P2) im Fokus. Der Bond im Volumen von 500 Millionen Euro wird mit 1,25 Prozent p.a. verzinst und kann zu einer Stückelung von 1.000 Euro nominal gehandelt werden. Die zweite Anleihe (WKN: A1X3P1) ist 750 Millionen Euro schwer und wird am 15.06.2023 endfällig. Der Kupon beträgt 0,75 Prozent und die Zinszahlung ist immer zum 15.06. vorgesehen. Auch hier liegt die Mindeststückelung bei privatanlegerfreundlichen 1.000 Euro nominal. Der dritte Bond (WKN: A1X3P0) läuft bis Juni 2021 und ist mit einem Floater Kupon ausgestattet, der sich am 3 Monats Euribor (EUR003M) +42 Basispunkte orientiert. Die Zinsanpassung erfolgt immer zum 15. März/Juni/September/Dezember. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 100.000 Euro nominal.

General Electric plant Stellenabbau in Kraftwerkssparte – Anleihen geben nach

Vergangene Woche wurde bekannt, dass der US-Industriekonzern General Electric wegen schlecht laufender Geschäfte auf dem Energiemarkt in Deutschland als Teil eines weltweiten Jobabbaus rund 1600 Stellen streichen will. Die Fertigung in Berlin und Mönchengladbach soll laut dem Unternehmen geschlossen werden. Betroffen von der Restrukturierung seien daneben vor allem die Standorte Mannheim, Stuttgart und Kassel. dass der Anleger Der Siemens-Konkurrent und US-Industriekonzern General Eletctric.
Wie die Aktien, gaben auch die Anleihen des Unternehmens nach. Anleger machten vor allem in der bis zum 11.12.2019 laufenden US-Dollar Anleihe (WKN: A1HDYR) Kasse. Der 400 Millionen USD schwere Bond wird mit 2,10 Prozent p.a. verzinst und ist mit einer Make Whole Call Option @0,15% bis zum 11.12.2019 ausgestattet. Aktuell notiert das Papier bei 99,66 Prozent und rentiert damit bei 2,29 Prozent.

Kanadischer Staatsbond weist hohe Handelsumsätze auf

Stark nachgefragt von Anlegern an der Börse Stuttgart ist derzeit auch eine kanadische Staatsanleihe (WKN: A18Z7Q). Der 15 Milliarden kanadische Dollar (CAD) schwere Bond mit Laufzeit bis September 2019 ist mit einem Kupon von 0,75 Prozent ausgestattet. Bei einem aktuellen Kurs von 96,83 ergibt sich eine attraktive Rendite von 1,62 Prozent für das von Standard & Poor’s mit der Bestnote AAA bewertete Papier. Die kleinste handelbare Einheit liegt bei 1.000 CAD nominal.

Mit den Anfang Dezember veröffentlichten positiven Arbeitslosenzahlen aus Kanada hat auch die Währung angezogen. Im November baute die Wirtschaft wesentlich mehr Stellen auf als erwartet. Zudem fiel die Arbeitslosenquote deutlich auf weniger als sechs Prozent. Die Notenbank Kanadas hatte bereits vor einigen Monaten mit Zinsanhebungen begonnen. Sie ist damit eine der wenigen Notenbanken, die der US-Zentralbank Fed auf deren Straffungskurs folgen. Der kanadische Dollar notiert aktuell bei 1,5193 Euro.


Börse Stuttgart TV

Rentenhandel: Die Woche der Notenbanken

Es ist mal wieder die Woche der Notenbanken. Morgen wird die Fed aller Voraussicht nach eine Leitzinserhöhung bekannt geben und am Donnerstag kommt auch noch die letzte EZB-PK in diesem Jahr. Macht sich das im Rentenhandel bereits bemerkbar? Rentenhändlerin Bianca Becker bei Börse Stuttgart TV.



Quelle: boerse-stuttgart AG
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