Alt 19.07.21, 21:42
Standard XETRA-SCHLUSS/DAX bricht ein - Delta löst Wachstumsängste aus
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FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt ist mit schweren Verlusten in die neue Woche gestartet. Die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sorgte für eine erhebliche Stimmungseintrübung an den Börsen. Die neue Infektionswelle löst zunehmend Wachstumssorgen aus. Derweil nehmen die Reisebeschränkungen wieder zu. Im Handel war von einer Rückkehr der Angst die Rede. Der DAX brach um 2,6 Prozent auf 15.133 ein - mit dem Bruch der Marke von 15.300 hat sich auch die charttechnische Lage eingetrübt.

Aussichten für den Reisesektor trüben sich ein

Nicht überraschend fielen die Abgaben im Reisesektor besonders deutlich aus. Vor allem die Entscheidung der Briten, Rückkehrer aus Frankreich unter Quarantäne zu stellen, drückte auf die Stimmung. "Diese Rolle rückwärts hat doch einige überrascht, die heute den Öffnungstag feiern wollten", sagte ein Händler. Für Tui ging es um 4,3 Prozent nach unten, Fraport büßten 4,8 Prozent ein, Lufthansa 2,9 Prozent und für das MTU-Papier ging es 1,6 Prozent abwärts.

Rückversicherer litten unter der Flutkatastrophe in Westeuropa. Berenberg schätzt die Kosten für die Branche auf 2 bis 3 Milliarden Dollar. Derweil hat die Commerzbank Munich Re abgestuft auf Hold nach Buy. Munich Re verloren 5 Prozent und Hannover Rück 4,9 Prozent.

Für RWE-Aktien ging es 3,8 Prozent talwärts. Der Versorger hat Millionenschäden durch die Überschwemmungen gemeldet. Adva fielen 8,5 Prozent. Das Minus überraschte im Handel im Umfang, nicht aber in der Richtung. "Die Aktie hat am Freitag schon auf die etwas besseren Zahlen kaum noch reagiert", so ein Händler. Damit hätten sich bereits Gewinnmitnahmen angekündigt. Hier seien bereits sehr hohe Erwartungen eingepreist gewesen. Auch die angehobene Prognose habe nur im Rahmen der bereits höheren Markterwartung gelegen.

Ceconomy verloren 2,7 Prozent, obwohl ein Händler die Geschäftszahlen als "ganz ordentlich" einstufte. Das währungsbereinigte Umsatzplus von 8 Prozent sei gut ausgefallen - vor allem aber, dass das Onlinegeschäft nun schon einen Umsatzanteil von 34 Prozent am Gesamtumsatz erzielt habe. Allerdings blicke der Markt mit Spannung auf die Entwicklung nach Corona und dürfte seine Anlageentscheidungen nicht auf Daten aus der Corona-Zeit stützen.

Vossloh hebt den Ausblick an - Aktie fällt dennoch

Auch Vossloh fielen trotz guter Geschäftszahlen um 2,5 Prozent. Die EBITDA-Marge von 9,2 Prozent wurde im Handel als sehr solide bezeichnet. Positiv kam auch die Anhebung der Umsatzziele auf 900 bis 950 Millionen Euro nach bislang 850 bis 925 Millionen Euro bei bestätigter Marge an. Die aktuelle Markterwartung liege bei rund 900 Millionen Euro bei den Erlösen, hieß es im Handel.

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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July 19, 2021 11:42 ET (15:42 GMT)

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