Alt 22.04.21, 06:04
Standard Aktien erholen sich - Netflix nach Zahlen unter Druck
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach zwei Handelstagen in Folge mit Gewinnmitnahmen haben die Aktienkurse an der Wall Street zur Wochenmitte einen Teil der Verluste aufgeholt. Nicht wenige Marktakteure bezeichnen das aktuelle Geschehen als "normale Verschnaufpause" in einem Bullenmarkt, in der nun die Risiken neu abgewogen würden. Am Anleihemarkt tat sich wenig, dort verharrten die Renditen mehr oder weniger auf dem jüngst wieder etwas niedrigeren Niveau.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,9 Prozent auf 34.137 Punkte. Der S&P-500 stieg um ebenfalls 0,9 Prozent. Der Nasdaq-Composite rückte um 1,2 Prozent vor. Hatte anfangs der Kursrutsch der Netflix-Aktie die Nasdaq-Indizes noch ausgebremst, so machen die Gewinne anderer Titel dies inzwischen mehr als wett.

Auf 2.635 (Dienstag: 877) Kursgewinner an der Nyse kamen 703 (2.440) - verlierer. Unverändert gingen 97 (123) Titel aus dem Handel.

Beobachter wollten der Erholung nicht zu viel Bedeutung beimessen. Auf die Stimmung drücke derzeit, dass es in einigen Ländern wie Indien und Japan neue Corona-Infektionswellen gebe, die Zweifel an der erwarteten globalen Konjunkturerholung schürten, so Marktteilnehmer. Dazu kämen immer wieder Warnungen vor neuen Varianten des Covid-19-Virus.

Derweil hieß es für die Akteure am Markt, weiter die eintrudelnden Unternehmensergebnisse für das erste Quartal abzuwägen. Diese müssen schon gut ausfallen, um die Kursgewinne der jüngeren Vergangenheit und die vielfach hohen Bewertungen zu rechtfertigen - besonders im Techniksektor.

Don Calcagni, Chefstratege bei Mercer Advisors, sprach von einer nun stattfindenden "großen Neubewertung", was auch gesund sei. Schaue man auf Netflix oder den Minicrash beim Bitcoin oder auch die sehr enttäuschenden Ergebnisse der Fluggesellschaften - im Moment sei der Markt überall auf der Spitze. Das bedeute zwar nicht, dass es nicht noch höher gehen könne, aber es werde härter.

Netflix enttäuscht bei Kundenwachstum

Am Berichtstag wartete unter anderem Verizon Communications mit Zahlen auf. Der Telekomkonzern hat Umsatz und Gewinn gesteigert, der Nettogewinn legte um rund 25 Prozent auf 5,38 Milliarden Dollar zu. Die Erwartungen der Analysten wurden damit knapp übertroffen. Verizon verlor rund 178.000 Mobilfunkkunden, konnte für ihren Internetdienst Fios aber 102.000 Kunden gewinnen. Der Kurs sank um 0,4 Prozent.

Ganz anders bei Netflix, die um 7,4 Prozent absackten. Netflix hat beim Kundenwachstum massiv enttäuscht. Dass die Umsatz- und Gewinnzahlen die Erwartungen übertrafen, half daher wenig. Intuitive Surgical sprangen um fast 10 Prozent nach oben. Das Medizintechnikunternehmen übertraf die Marktschätzungen gewinn- wie auch umsatzseitig.

CSX stiegen um 4,3 Prozent, obgleich die Eisenbahngesellschaft in der zurückliegenden Periode die Schätzungen des Marktes nicht erreicht hatte. Hier dürften positive Analystenkommentare von RBC und der Deutschen Bank den Kurs gestützt haben. Der Dienstleister der Ölindustrie Halliburton (-3,6%) hat in seinem ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben und bei Gewinn und Umsatz besser abgeschnitten als Analysten erwartet hatten. Gleichwohl ging der Umsatz deutlicher zurück.

Ölpreise fallen

Die Ölpreise gaben nach der Veröffentlichung der wöchentlichen US-Lagerbestandsdaten deutlicher nach. Die Rohölvorräte waren wider Erwarten in der vergangenen Woche gestiegen. Daneben verwiesen Marktteilnehmer als Belastungsfaktor auf die steigenden Corona-Infektionen, die letztlich dämpfend auf das Wirtschaftswachstum und damit die Ölnachfrage wirken dürften.

Der Goldpreis profitierte dagegen von Befürchtungen, dass sich die Erholung der Wirtschaft aufgrund der wieder steigenden Corona-Fallzahlen in Asien verzögern könnte.

Am Devisenmarkt zog der Kanada-Dollar kräftig an, nachdem die kanadische Zentralbank angekündigt hat, ihre Anleihekäufe ab der kommenden Woche zurückzufahren. Damit trage sie der Erholung der Wirtschaft Rechnung, so die Bank of Canada. Der US-Dollar fiel auf rund 1,2480 Kanada-Dollar von etwa 1,2620 vor dem Zinsentscheid.

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April 21, 2021 16:11 ET (20:11 GMT)

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