Alt 07.04.22, 20:57
Standard Schwach - Technologiewerte erneut unter Druck
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TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--Auch am Donnerstag ist es an den ostasiatischen Aktienmärkten nach unten gegangen. Teilnehmer verwiesen auf die schwachen Vorgaben der Wall Street, wo weiter steigende Marktzinsen vor allem Technologiewerte erneut ins Minus gedrückt hatten. Zwar gaben die Renditen im asiatischen Handel leicht nach, konnten ihre jüngsten Gewinne jedoch weitgehend verteidigen. Dazu kamen die weitere Eskalation des Ukraine-Kriegs und die sich in China weiter ausbreitende Corona-Pandemie. Das deutlichste Minus verzeichnete der Níkkei-225 in Tokio, der um 1,7 Prozent auf 26.889 Punkte fiel.

Dagegen brachte das Protokoll der Fed-Sitzung vom März nur wenig Überraschendes. So gab es das Signal, dass demnächst auch Zinserhöhungen um 50 statt um 25 Basispunkte anstehen könnten, was vom Markt aber bereits erwartet wird. Dagegen zeichnet sich noch keine endgültige Entscheidung über den Abbau der aufgeblähten Notenbankbilanz ab. Hiermit dürfte frühestens im Mai begonnen werden. Zuletzt hatten sich Fed-Mitglieder zunehmend für eine Anhebung um 50 Basispunkte im Mai ausgesprochen, um die weiter galoppierende Inflation in den Griff zu bekommen.

Im Ukraine-Krieg zeichnet sich weiter keine Lösung am Verhandlungstisch ab. Die USA und die EU hatten am Vortag neue Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht. Zudem hat die ukrainische Regierung die Einwohner im Osten des Landes wegen einer befürchteten russischen Großoffensive zum sofortigen Verlassen der Region aufgerufen.

In Hongkong ging es für den Hang-Seng-Index nach zwischenzeitlichen Gewinnen im späten Handel um 1,0 Prozent abwärts. Kurzzeitig stützten Hoffnungen, dass die chinesische Regierung Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur beschließen könnte. Laut KGI Research besteht die Hoffnung, dass Peking das Wirtschaftswachstum durch geldpolitische Maßnahmen wie eine Zinssenkung unterstützen wird.

Der Schanghai-Composite verlor 1,4 Prozent. Hier belasteten die Entwicklungen um die Corona-Pandemie, die unter anderem weiter für einen Lockdown in Schanghai sorgt. "Leider gibt es kaum Anzeichen dafür, dass das Virus in absehbarer Zeit eingedämmt werden kann", so die Commerzbank, die darauf hinwies, dass die chinesische Regierung um ein Gleichgewicht zwischen der Eindämmung des Virus und der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen ringt.

Die Deutsche Bank hat ihre Wachstumsprognosen für China für die Jahre 2022 und 2023 gesenkt. Es wird im laufenden Jahr nur noch mit einem Wachstum von 4,4 Prozent gerechnet, für 2023 werden 4,7 Prozent erwartet. Zuvor waren die Analysten von 5,1 bzw. 5,5 Prozent Wachstum ausgegangen.

Technologiewerte weiter schwach

Erneut waren es vor allem die Technologiewerte, die sich mit Abgaben zeigten. In Sydney, wo es für den S&P/ASX 200 um 0,6 Prozent abwärts ging, war der Technologie-Sektor mit einem Minus von 3,4 Prozent erneut Tagesverlierer. Zudem schrumpfte der australische Handelsbilanzüberschuss im Februar aufgrund eines Anstiegs der Einfuhren stärker als erwartet.

Die Aktien von Samsung Electronics reduzierten sich um 0,7 Prozent, obwohl der Technologie-Konzern eine positive Prognose für das erste Quartal gegeben hat. Samsung Electronics rechnet mit einem Anstieg des operativen Gewinns um 50 Prozent und einem Rekordumsatz. Dies liegt über den Analystenerwartungen.

Dagegen legten die Papiere von LG Electronics um 0,4 Prozent zu. Trotz gestiegener Rohstoff-Preise erwartet der Konzern im ersten Quartal einen Anstieg des Nettogewinns um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies liegt über den Erwartungen der Analysten.

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April 07, 2022 03:22 ET (07:22 GMT)

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