Alt 10.12.19, 23:56
Standard Knapp behauptet - Anleger bleiben vor Fristende vorsichtig
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NEW YORK (Dow Jones)--Ein neuer Hoffnungsschimmer im US-chinesischen Handelsstreit hat am Dienstag an der Wall Street für verhaltene Zuversicht gesorgt. Gleichzeitig bremsten aber Aussagen von Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Lawrence Kudlow wie auch die bevorstehenden Sitzungen der US-Notenbank und der EZB am Mittwoch und Donnerstag sowie die Wahl in Großbritannien am Donnerstag die Risikobereitschaft der Anleger.

Die Verhandlungsführer der USA und Chinas arbeiten einem Bericht des Wall Street Journals zufolge zwar an der Grundlage für einen Aufschub neuer Strafzölle, die die USA China ab dem 15. Dezember angedroht haben. US-Präsident Donald Trump hat für diesen Tag Zölle auf chinesische Waren wie Mobiltelefone, Laptops und Spielzeug im Wert von 165 Milliarden Dollar angedroht. Wie Kudlow während des Handels sagte, sind die Strafzölle aber noch nicht vom Tisch.

Daneben deutete Kudlow auch an, dass angekündigte Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Brasilien und Argentinien noch keine ausgemachte Sache seien.

Der Dow-Jones-Index ging mit einem kleinen Minus von 0,1 Prozent auf 27.882 Punkte aus einem in der Breite sehr ereignisarmen Börsentag. S&P-500 und Nasdaq-Composite büßten ebenfalls 0,1 Prozent ein.

Den 1.415 (Montag: 1.476) Kursgewinnern an der New Yorker Börse standen 1.528 (1.449) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 92 (103) Aktien.

Die Nachricht, dass Vertreter der Regierungen der USA, Mexikos und Kanadas das neue Freihandelsabkommen USMCA unterzeichnet haben, nachdem die US-Demokraten dafür grünes Licht gegeben hatten, sorgte für keinen Rückenwind mehr. Das Abkommen ist eine neugestaltete Auflage des 25 Jahre alten Nafta-Freihandelsabkommens, das die drei Volkswirtschaften eng miteinander verband.

Angesichts der positiven Schlagzeilen waren US-Rentenpapiere zumindest als sicherer Hafen nicht gesucht, die Kurse kamen zurück, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Gegenzug um 2 Basispunkte auf 1,84 Prozent.

US-Notenbank wohl im Wartemodus

Der US-Dollar gab etwas nach im Vorfeld der Entscheidung nach der US-Notenbanksitzung am Mittwoch, abzulesen am 0,2 Prozent leichteren Dollarindex. Von der US-Notenbank wie auch von der EZB werden allgemein keine neue geldpolitischen Maßnahmen erwartet, zumal die US-Notenbank zuletzt betont hatte, zunächst abwarten zu wollen nach den bereits erfolgten Zinssenkungen im zuende gehenden Jahr.

Das Pfund Sterling baute die jüngsten Gewinne noch etwas weiter aus, weil viele Anleger weiter auf einen Sieg der Konservativen von Premierminister Boris Johnson setzten und damit auf baldige Klarheit, was den Brexit betrifft. Nach einem zwischenzeitlichen Achtmonatshoch von 1,3215 Dollar kostete das Pfund zuletzt 1,3185 Dollar.

Am Rohstoffmarkt tat sich bei Öl und Gold wenig. Die Ölpreise stiegen leicht mit der Hoffnung, dass die weiteren Strafzölle im Handelsstreit noch vermieden werden können. Die Feinunze Gold kostete 1.464 Dollar, 2 mehr als am Vortag.

Netflix von Abstufung gedrückt

Am Aktienmarkt litten Netflix unter einer Abstufung auf "Underperform" durch das Analysehaus Needham und verloren 3,1 Prozent. Needham befürchtet, dass Netflix 2020 Millionen an Kunden verlieren wird.

Exxon Mobil gingen 0,9 Prozent leichter aus dem Tag, damit aber von noch tieferen Niveaus im Verlauf erholt. Der Erdölriese war in einem Prozess zu den Auswirkungen des Klimawandels freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Konzern vorgeworfen, Anleger über die finanziellen Risiken der Erderwärmung getäuscht zu haben.

Construction Partners brachen nach der Vorlage von Geschäftszahlen um rund 19 Prozent ein. Zwar hatte das Bauunternehmen den Umsatz um gut 15 Prozent gesteigert, doch das Nettoergebnis sank in etwa in der gleichen Höhe. Anders sah es bei Stitch Fix aus, deren Aktie um 4,8 Prozent zulegte. Der Online-Bekleidungseinzelhändler hatte im ersten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als erwartet.

Autozone zogen um 6,9 Prozent an. Der Autoteilehändler überraschte im ersten Quartal positiv. Designer Brands rutschten dagegen um 16,3 Prozent ab nach verfehlten Markterwartungen.

Dass der französische Pharmariese Sanofi seine Beteiligung von rund 21,6 Prozent an seinem Partner Regeneron auf den Prüfstand stellt, belastete die Regeneron-Aktie nicht, sie legte um 0,6 Prozent zu. Sanofi könne wegen einer Haltefrist mit dem Verkauf erst im Dezember 2020 beginnen und den Komplettausstieg nur sehr langfristig bewerkstelligen, hieß es dazu aus dem Handel.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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December 10, 2019 16:11 ET (21:11 GMT)

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