Alt 26.02.21, 23:39
Standard Dow unter Druck - Nasdaq mit Aufschlägen
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach der Talfahrt des Vortages haben sich die US-Börsen am Freitag uneinheitlich gezeigt. Während der Dow erneut unter Abgabedruck stand, legte der Nasdaq-Composite etwas zu. Das Marktumfeld war dabei von Volatilität gekennzeichnet.

Der Dow-Jones-Index schloss 1,5 Prozent tiefer bei 30.932 Punkte, während der S&P-500 um 0,5 Prozent nachgab. Für den technologielastigen Nasdaq-Composite ging es um 0,6 Prozent nach oben. Dabei gab es insgesamt 1.489 (Donnerstag: 424) Kursgewinner und 1.786 (2.859) -verlierer. Unverändert schlossen 52 (46) Titel.

Die Rentenrenditen, die am Vortag den Ausverkauf am Aktienmarkt ausgelöst hatten, kamen etwas zurück. Die Zehnjahresrendite sank um 10,0 Basispunkte auf 1,42 Prozent. Am Vortag war die Zehnjahresrendite im Verlauf Richtung 1,60 Prozent marschiert.

Die Furcht vor steigender Inflation hatte die Anleiherenditen auf das höchste Schlussniveau seit einem Jahr getrieben. Damit liefern Anleihen eine Alternative zu risikoreicheren Aktien. Insbesondere Technologiewerte, die am Vortag den höchsten Einbruch seit Oktober verzeichnet hatten, seien damit möglicherweise zu hoch bewertet. Denn der in der Regel hohe Fremdkapitalanteil im Sektor könnte bei steigenden Marktzinsen zum Problem werden, hieß es. "Es gab einen blitzartigen Anstieg der 10-jährigen Rendite und das hat den Karren aus der Spur gebracht, da höhere Renditen den Aktienmarkt verschrecken. Könnte es mehr Inflation geben, als die meisten denken? Obwohl die Fed darüber nicht besorgt ist, könnte es der Markt sein", warnte Chefmarktstratege Ryan Detrick von LPL Financial.

Die Sorge steigender Inflationsraten bekam durch Daten neue Nahrung: So sind die US-Konsumausgaben im Januar deutlich gestiegen - wenn auch im erwarteten Rahmen. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Februar dem Index der Universität Michigan zufolge wie erwartet eingetrübt, wobei es auch hier zu einem weiteren Anstieg der kurzfristigen Inflationserwartungen kam. Deutlicher als erwartet eingetrübt hat sich im Februar die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago, sie deutet aber immer noch auf Wirtschaftswachstum hin.

Airbnb und Etsy mit Kurssprüngen

Salesforce gaben 6,3 Prozent nach. Der Softwareanbieter meldete einen Rekordumsatz im vierten Quartal und hob den Ausblick an. Die Anleger dürften hier aufgelaufene Gewinne mitgenommen haben. Dell Technologies (+1,7%) hat mit Umsatz und Ergebnis im Schlussquartal die Markterwartungen übertroffen. Überraschend gut hat auch VMWare abgeschnitten, an der Dell eine Mehrheit hält. Die Aktie gab dennoch 3,7 Prozent nach.

Workday büßten 2,4 Prozent ein. Der Anbieter von Software für Rechnungswesen und Personalverwaltung hat mit seinen Zahlen die Erwartungen übertroffen. Auch hier dürften Gewinnmitnahmen der Grund für die Kursverluste gewesen sein. Nicht so schlecht wie befürchtet lief das vierte Quartal für Airbnb, auch wenn der Vermittler privater Unterkünfte aufgrund der Corona-Pandemie tief in die roten Zahlen rutschte. Die Aktie sprang 13,3 Prozent nach oben. Farfetch stiegen um 2,8 Prozent. Der Online-Händler für Luxusmode übertraf mit seinen Zahlen zum vierten Quartal die Erwartungen.

Etsy zogen nach Zahlenvorlage um 11,5 Prozent an. Die Online-Plattform für Selbstgebasteltes profitierte im vierten Quartal von den Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie, die viele Konsumenten zum Kauf im Internet veranlasste, auch wenn der Absatz handgenähter Gesichtsmasken - der Verkaufsschlager des vergangenen Frühjahrs - im Schlussquartal merklich zurückging. AT&T (-2,6%) hat den Verkauf seiner Bezahlfernsehsparte an den Finanzinvestor TPG bekanntgegeben.

Greenback weiter gefragt

Der Dollar legte mit den gestiegenen Rentenrenditen weiter zu, der Dollarindex kletterte um 0,9 Prozent. Der Euro fiel auf 1,2070 US-Dollar nach Vortageshochs klar über der Marke von 1,22. Die Devisenexperten der Unicredit glauben jedoch nicht an einen nachhaltigen Anstieg des Greenback.

Die Ölpreise gaben deutlich nach - belastet vom Dollar-Höhenflug. Die Party müsse aber nicht vorbei sein, hieß es mit Blick auf das Treffen der Gruppe Opec+ in der kommenden Woche. Der feste Dollar belastete auch den Goldpreis - genauso wie die weiterhin hohen Renditen.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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February 26, 2021 16:14 ET (21:14 GMT)

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