Alt 18.01.19, 10:53
Standard DAX springt über 11.000 - Hausse bei Hellofresh
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FRANKFURT (Dow Jones)--Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Handelskonflikts zwischen den USA und China treibt am Freitag die Kurse an den europäischen Börsen nach oben. Händler sprechen von einem Wiedererwachen der lange unterdrückten Risikofreude, denn aufwärts geht es in nahezu allen Branchen. Besonders die konjunktursensiblen Auto- und Finanzwerte seien gesucht. Ihre Stoxx-Sektor-Indizes legen bis zu 1,4 Prozent zu.

Der DAX steigt derweil um 0,9 Prozent auf 11.016 Punkte, womit er die 11.000er Marke erstmals seit Anfang Dezember wieder überwinden kann. Der Euro-Stoxx-50 legt um 0,9 Prozent auf 3.099 Zähler zu. Für Impulse könnte im Tagesverlauf der kleine Verfalltag zum Januar-Termin an den Optionsbörsen sorgen. Als Zeichen einer wiedergewonnenen Marktstärke werten einige Marktteilnehmer, dass Netflix in den USA nachbörslich nur 4 Prozent verloren haben - trotz mit den Quartalszahlen verfehlter Erwartungen.

Auslöser der Kauflaune ist die Aussicht auf eine Beilegung des Handelsstreits. Medienberichten zufolge hat US-Finanzminster Steven Mnuchin vorgeschlagen, die Strafzölle auf chinesische Importe zu verringern oder ganz aufzuheben. Dies wurde zwar zwischenzeitlich aus dem Finanzministerium relativiert, Händler werten aber schon die zunehmenden Hinweise als Zeichen, dass die US-Regierung eine baldige Lösung der Querelen anstrebt. Dazu passe, dass der chinesische Vizepremier und oberste Handelsbeauftragte Liu He Ende Januar zu Gesprächen nach Washington reise.

Derweil wartet der Markt gespannt auf Wachstumszahlen aus China. Nachdem das chinesische BIP für 2017 minimal nach unten revidiert wurde, stehen am Montag die BIP-Daten für 2018 auf dem Programm.

Hellofresh und Casino überraschen positiv

Am deutschen Aktienmarkt haussieren Hellofresh um 18 Prozent. 2018 ging es bei dem Unternehmen mit dem Umsatz währungsbereinigt um 41 Prozent nach oben, deutlich stärker als bislang mit 32 bis 37 Prozent in Aussicht gestellt. Damit werden Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells gelindert. Der erwartete operative Verlust soll bis zu minus 58 Millionen Euro betragen - der Markt hatte mit bis zu minus 75 Millionen Euro gerechnet.

In Paris springen Casino nach Umsatzzahlen für das vierte Quartal um 3 Prozent nach oben. Für Erleichterung im Handel sorgt, dass die Gelbwesten-Proteste offenbar keine größeren Spuren bei dem Einzelhandelsunternehmen hinterlassen haben - etwa durch erzwungene Ladenschließungen oder erschwerten Zugang zu den Geschäften. Im Gefolge steigen auch Carrefour um 2,1 Prozent.

In Amsterdam geht es für Takeaway um 4,1 Prozent abwärts. Hier drückt eine Kapitalerhöhung auf den Kurs.

Autowerte erholen sich querbeet in Europa. Die Hoffnung auf ein Ende des Handelskonflikts und das Vermeiden von Strafzöllen treibt die Kurse an. Für Faurecia und Valeo geht es je um rund 3 Prozent nach oben, Michelin und Renault legen je 1,5 Prozent zu. Im DAX steigen Continental um 2,1 Prozent, Covestro um 2,2 Prozent, Daimler und BWM je um 1,3 Prozent.

Auch andere Konjunkturempfindliche Werte ziehen an: So steigen Stahlwerte wie Vallourec um 3,7 Prozent und Arcelor um 2,6 Prozent. Unter den Finanzwerten machen Commerzbank und Deutsche Bank die Vortagesverluste wieder wett und steigen um 3,1 Prozent und 2,4 Prozent.

Ryanair-Warnung belastet nur leicht

Eine Gewinnwarnung der Billigfluglinie Ryanair wird mit minus 2,5 Prozent bei der Aktie quittiert. Wegen niedrigerer Ticketpreise erwartet die Fluglinie bestenfalls das untere Ende der bisher genannten Gewinnprognose zu schaffen. Während Easyjet und Wizzair ebenfalls etwas deutlicher nachgeben, halten sich die stärker von Geschäftsreisen abhängenden Gesellschaften wie Lufthansa und Air France-KLM oder IAG besser und geben nur leicht nach oder ziehen sogar an.

Um 6 Prozent nach unten geht es für Klöckner & Co. Hier belastet eine Abstufung auf "Sell" durch das Bankhaus Lampe. K+S (+4%) profitieren dagegen von einer Hochstufung auf "Neutral" durch Citi. S&T im TecDAX steigen um 3,7 Prozent. Hier treibt die Auflegung eines Aktienrückkaufprogramms.

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January 18, 2019 04:16 ET (09:16 GMT)

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