Alt 04.02.21, 17:38
Standard Börse etwas fester - Konjunkturdaten, Bilanzen im Blick
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach der Verschnaufpause zur Wochenmitte geht es an den US-Börsen am Donnerstag wieder leicht aufwärts. Kurz nach Handelsbeginn steigt der Dow-Jones-Index um 0,3 Prozent auf 30.828 Punkte. Der S&P-500 legt um ebenfalls 0,3 Prozent zu und der Nasdaq-Composite steigt um 0,4 Prozent.

Die Märkte bewegen sich im Spannungsfeld aus Hoffnungen auf eine Erholung der Wirtschaft, genährt auch durch die Zulassung neuer Impfstoffe gegen das Coronavirus, und den noch immer hohen Corona-Fallzahlen. Außerdem gibt es Befürchtungen, dass die vorhandenen Impfstoffe weniger wirksam gegen neue Mutanten des Virus sein könnten.

Neue US-Konjunkturdaten enthalten Licht und Schatten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der Vorwoche auf 779.000 zurück und damit etwas stärker als erwartet. Volkswirte hatten die Zahl der Anträge auf 830.000 geschätzt. Die Entwicklung passt in das Bild, das der ADP-Arbeitsmarktbericht am Mittwoch gezeigt hatte. Demnach wurden im Januar in der Privatwirtschaft mehr Stellen geschaffen als erwartet, was wiederum vorsichtig optimistisch stimmt für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag. Gleichwohl bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt prekär.

Die Produktion schrumpfte im vierten Quartal des vergangenen Jahres um 4,8 Prozent, während Ökonomen mit einem Rückgang um 2,8 Prozent gerechnet hatten.

Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn folgen die Dezember-Daten zum Auftragseingang der Industrie. Hier wird ein Anstieg um 0,7 Prozent prognostiziert.

Biden signalisiert Kompromissbereitschaft bei Corona-Hilfen

Thema am Markt ist nach wie vor auch das innenpolitische Gerangel um ein neues Paket an Corona-Hilfsmaßnahmen. Die neue US-Regierung unter dem demokratischen Präsidenten Joe Biden erwägt Maßnahmen im Volumen von 1,9 Billionen Dollar, die oppositionellen Republikaner lehnen dies als zu hoch ab. Biden hat nun Kompromissbereitschaft signalisiert: Die nächsten Schecks zur Unterstützung von Privathaushalten könnten zielgerichteter an einen kleineren Empfängerkreis gehen.

Flexibilität sei gut, bemerkt dazu Grace Peters, Investmentstrategin bei JP Morgan Private Bank. Sie erhöhe die Chance auf eine zeitnahe Verabschiedung des Gesetzes über neue Unterstützungsmaßnahmen. Der Markt rechne mit Maßnahmen im Volumen von 1 Billion Dollar. Alles darüber wäre positiv für den Aktienmarkt.

Daneben läuft die Bilanzsaison weiter. Am Mittwoch nach Börsenschluss haben unter anderem Ebay, Paypal und Qualcomm Geschäftszahlen vorgelegt. Besonders gut kommen Zahlen und Ausblick von Ebay (+11,6 Prozent) an. Überraschend gut hat auch Paypal (+7,0 Prozent) abgeschnitten.

Die Aktie von Qualcomm gibt hingegen um 7,8 Prozent nach, trotz eines optimistischen Ausblicks. Beobachter vermuten, dass hier Gewinne mitgenommen werden.

Am Donnerstag berichteten vor der Startglocke unter anderem der Pharmakonzern Merck & Co, das Tabakunternehmen Philip Morris und der Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE) über den Geschäftsverlauf. Die Merck-Aktie zeigt sich in Reaktion auf die Zahlen 1 Prozent schwächer, Philip Morris legen um 0,5 Prozent zu und ICE tendieren 0,9 Prozent fester. Nach Börsenschluss folgen T-Mobile US, Ford und News Corp.

Daneben steht ein Börsengang auf der Agenda: Die Aktien des Berliner Spezialchemieunternehmens Atotech sollen am Donnerstag erstmals an der New Yorker Börse gehandelt werden. Der Ausgabepreis wurde auf 17 Dollar festgelegt.

Euro rutscht unter 1,20 Dollar - Pfund zieht nach BoE-Entscheid an

Am Devisenmarkt rutscht der Euro erstmals seit November vergangenen Jahres unter 1,20 Dollar. Devisenanalystin You-Na Park-Heger von der Commerzbank verweist auf die Inflationsdaten der Eurozone am Vortag. Diese hätten zwar deutlich nach oben überrascht, Zinssenkungen oder andere expansive Maßnahmen durch die EZB seien aber keinesfalls vom Tisch. Denn der deutliche Anstieg der Verbraucherpreisinflation und der Kerninflation sei Sonderfaktoren geschuldet, der unterliegende Preisauftrieb bleibe dagegen schwach.

Die Expertin betont, dass die Argumente für einen schwächeren Dollar eigentlich weiter Bestand hätten. Denn die US-Notenbank habe klar gemacht, dass sie lange an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten werde. Kurzfristig dürfte für den Devisenmarkt aber wohl entscheidender sein, dass es in den USA in Bezug auf die Impfkampagne und auch auf die konjunkturelle Erholung im Moment einfach besser aussehe.

Das britische Pfund zieht deutlich an nach der Entscheidung der Bank of England (BoE), die Zinsen wie auch das Anleihekaufprogramm unverändert zu lassen. Vor der Ratssitzung hatten Ökonomen nicht ausgeschlossen, dass es eine Erhöhung des Kaufprogramms geben könnte. Aktuell notiert das Pfund bei rund 1,37 Dollar. Im Tagestief kurz vor Bekanntgabe des Zinsentscheids kostete das Pfund 1,3566 Dollar.

Staatsanleihen sind erneut nicht gefragt. Die Zehnjahresrendite steht kaum verändert bei 1,14 Prozent.

Die Ölpreise profitieren weiter von Fördermengenkürzungen der Opec+-Länder und von dem am Mittwoch gemeldeten Rückgang der US-Rohölvorräte. Der Preis für ein Barrel US-Rohöl der Sorte WTI steigt um 0,6 Prozent auf 56,03 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent verteuert sich um 0,4 Prozent auf 58,72 Dollar.

Auf dem Goldpreis lasten derweil der festere Dollar und die gestiegenen US-Anleiherenditen. Letztere schmälern die Attraktivität des zinslos gehaltenen Edelmetalls. Die Feinunze ermäßigt sich um 2,2 Prozent auf 1.793 Dollar.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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February 04, 2021 09:46 ET (14:46 GMT)

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