Alt 03.02.21, 17:40
Standard Technologiewerte führen Börse weiter nach oben
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NEW YORK (Dow Jones)--Auch zur Wochenmitte geht es mit den Kursen an den US-Börsen überwiegend weiter nach oben, wobei vor allem Technologiewerte die Nase vorn haben. Kurz nach Handelsbeginn sinkt der Dow-Jones-Index zwar um 0,2 Prozent auf 30.630 Punkte; der Index wird gebremst unter anderem durch das Kursminus der Amgen-Aktie von 1,5 Prozent. Das Biotechnologieunternehmen hatte einen Gewinnrückgang vermeldet und einen wenig überzeugenden Ausblick gegeben. Der S&P-500 gewinnt jedoch 0,2 Prozent und der Nasdaq-Composite steigt um 0,4 Prozent.

Der Technologiesektor erhält Rückenwind von guten Geschäftszahlen zweier Schwergewichte der Branche. Sowohl die Google-Mutter Alphabet als auch Amazon.com haben am Dienstag nach Börsenschluss Rekordumsätze vermeldet. Die Alphabet-Aktie legt um 6,3 Prozent zu. Bei Amazon wird die Freude über die guten Zahlen etwas getrübt dadurch, dass Unternehmensgründer und CEO Jeff Bezos seinen Rücktritt angekündigt hat. Die Aktie steigt um 0,3 Prozent.

Für den Mittwoch sind weitere Quartalsausweise aus dem Technologiesektor angekündigt. So werden nach der Schlussglocke Qualcomm, Ebay und Paypal Zahlen vorlegen. Am Mittwochmorgen (Ortszeit) hat Spotify Zahlen vorgelegt. Der Musik-Streamingdienst hat im vierten Quartal viele neue Nutzer gewonnen und das obere Ende der eigenen Zielspanne erreicht. Beobachter kritisieren allerdings den Ausblick als konservativ. Für die Aktie geht es um 8,7 Prozent nach unten.

Am breiten Markt stützt derweil - neben der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank und rückläufigen Corona-Neuinfektionen - die Hoffnung auf weitere Wirtschaftsstimuli der US-Regierung unter dem neuen Präsidenten Joe Biden. Dieser plant ein Maßnahmenpaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar. Der Vorschlag der oppositionellen Republikaner käme die Steuerzahler nur etwa halb so teuer. Die regierenden Demokraten dürften in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie ein umfangreicheres Hilfsprogramm im Alleingang durchpeitschen. Wichtiger als der Umfang des Pakets sei aber, dass es rechtzeitig komme, denn die US-Wirtschaft brauche dringend Unterstützung, meint Seema Shah, Chef-Strategin bei Principal Global Advisors.

Zeugnis von der Dringlichkeit der Hilfen dürften die Konjunkturdaten des Tages ablegen, wobei jedoch der vor Handelsbeginn veröffentlichte ADP-Arbeitsmarktbericht, der als Indikator für den offiziellen Bericht der US-Regierung am Freitag gilt, einen kleinen Lichtblick darstellt. Demnach entstanden im vergangenen Monat im privaten Sektor 174.000 Stellen, während Volkswirte den Stellenaufbau auf nur 50.000 geschätzt hatten. Die Daten setzen jedoch keine Akzente. Nach der Startglocke folgen die Einkaufsmanagerindizes von Markit und ISM für den Service-Sektor.

GW Pharma haussieren mit Übernahme durch Jazz Pharma

Abseits von Quartalsausweisen bringt eine Übernahme Bewegung in den Pharmasektor. Jazz Pharmaceuticals kauft GW Pharmaceuticals für 7,2 Milliarden Dollar. Der Kaufpreis je Aktie setzt sich zusammen aus 200 Dollar in bar und 20 Dollar in Aktien, was einer Prämie von rund 50 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag entspricht. Der Kurs von GW Pharma springt daraufhin um 47 Prozent nach oben auf 215 Dollar. Jazz Pharma steigen um rund 1 Prozent.

An den Rohstoffmärkten setzen die Ölpreise ihren Anstieg fort, nachdem der Branchenverband American Petroleum Institute (API) am späten Dienstag einen Rückgang der US-Rohölvorräte gemeldet hat. Die Akteure hoffen darauf, dass die offiziellen Daten der staatlichen Energy Information Administration am Mittwoch diese Entwicklung bestätigen. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI verteuert sich um 1,4 Prozent auf 55,52 Dollar. Brentöl legt um 1,1 Prozent auf 58,07 Dollar zu.

Am Devisenmarkt zeigt sich der Dollarindex gut behauptet. Der Euro schwächelt etwas, nachdem der EU-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Januar weiter im Kontraktion anzeigenden Bereich gelegen hat. Aktuell werden für die Gemeinschaftswährung etwa 1,2030 Dollar gezahlt. Im Tageshoch waren es 1,2050 Dollar.

Vermeintlich sichere Häfen sind derweil nicht gefragt: Am Anleihemarkt treiben sinkende Notierungen die Renditen erneut nach oben. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen steigt um 1,4 Basispunkte auf 1,11 Prozent. Der Goldpreis tritt mit 1.838 Dollar je Feinunze mehr oder weniger auf der Stelle. Neben dem festeren Dollar bremsen die steigenden Anleihezinsen, die die Attraktivität des zinslos gehaltenen Edelmetalls schmälern.

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February 03, 2021 09:47 ET (14:47 GMT)

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