Alt 13.07.18, 00:36
Standard Wall Street legt kräftig zu - Nasdaq-Composite auf Rekordhoch
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NEW YORK (Dow Jones)--Die Hoffnung auf eine Lösung des schwelenden Handelsstreits zwischen den USA und China hat am Donnerstag die Wall Street angetrieben. Beim Dow-Jones-Index rückt wieder die Marke von 25.000 Punkten in greifbare Nähe, der Nasdaq-Composite erklomm sogar im Verlauf ein neues Rekordhoch. Zur Begründung für die positive Tendenz verwiesen Marktteilnehmer auf Berichte, wonach die USA und China eine Lösung des Handelsstreits am Verhandlungstisch anstreben. Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump noch mit der Androhung neuer Strafzölle die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Die Aufwärtstendenz kann mit entsprechenden Nachrichten aber auch ganz schnell wieder zu Ende sein, mahnte ein Beobachter.

"Die Hoffnung besteht darin, dass China und die USA in der Lage sein werden, die Probleme über ein bilaterales Abkommen zu lösen. (...)", sagte Marktanalyst Naeem Aslam von Think Markets. "Der Dow liegt derzeit gut 500 Punkte über dem Stand vom vergangenen Donnerstag, was darauf hindeutet, dass sich der Markt auf die fundamentalen Daten der US-Konjunktur fokussiert", so Investment-Strategin Lindsey Bell von CFRA.

Zudem dürfte die beginnende Berichtssaison den Radar der Investoren verstärkt auf die Entwicklung der Unternehmen legen. Hier steht zum Wochenausklang mit den Ergebnissen von JP Morgan, Wells Fargo und der Citigroup gleich das erste Highlight auf der Agenda.

Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 0,9 Prozent auf 24.925 Punkte und schloss damit in der Nähe seines Tageshochs. Der S&P-500 stieg um 0,9 Prozent auf 2.798 Punkte. Der Nasdaq-Composite gewann 1,4 Prozent auf 7.824 Punkte. Umgesetzt wurden 680 (Mittwoch: 695) Millionen Aktien. Dabei standen den 1.833 (843) Kursgewinnern 1.142 (2.113) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 122 (121) Titel.

Wenig Impulse setzen die aktuellen Inflationsdaten. Der Inflationsdruck in den USA hat sich im Juni verstärkt, obwohl der monatliche Anstieg der Verbraucherpreise geringer als erwartet blieb. Die Verbraucherpreise lagen 2,9 (Mai: 2,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit auf dem höchsten Niveau seit Februar 2012. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten fielen indes deutlich besser als erwartet aus. Allerdings könnten saisonale Faktoren durch den Unabhängigkeitsfeiertag am 4. Juli für Verzerrungen gesorgt haben.

Technologiewerte legen kräftig zu - Microsoft auf Rekordhoch

Vor allem die Technologiewerte standen bei den Investoren auf den Kauflisten ganz oben. Hier stützten die Hoffnungen auf eine mögliche Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Für die Aktie von Microsoft ging es um 2,2 Prozent auf 104,19 Dollar nach oben. Im Verlauf hatten die Papiere bei 104,41 Dollar ein neues Allzeithoch markiert. Die Titel von Intel stiegen um 2,2 Prozent, Apple um 1,7 Prozent und Cisco gingen mit einem Aufschlag von 2,4 Prozent aus dem Handel.

Dagegen stürzten Broadcom nach der Übernahme des Softwareherstellers CA um 13,7 Prozent ab. Broadcom lässt sich den Zukauf 18,9 Milliarden Dollar kosten. CA sprangen dagegen um 18,7 Prozent nach oben. Die Übernahme verstärkte die Spekulationen um eine weitere Konsolidierung in der Branche, hieß es.

Die Aktien von Comcast legten um 2,3 Prozent zu. Das Unternehmen hat im Bieterwettstreit mit Twenty-First Century Fox seine Offerte für den britischen Bezahlfernsehsender Sky erhöht. Die Aktien von Twenty-First Century Fox sanken um 0,9 Prozent.

Die Amazon-Aktie stieg um 2,4 Prozent auf 1.797 Dollar. Die Analysten von Canaccord Genuity haben ihr Kursziel von 1.800 Dollar auf 2.000 angehoben. Das neue Ziel entspreche einer Marktkapitalisierung von 970,5 Milliarden Dollar. Nach Ansicht der Analysten werden Anleger sich zunehmend bewusst, dass Umfang und Tempo der Investitionen von Amazon auf lange Sicht Hürden für Wettbewerber schafften. Die fundamentalen Daten seien so stark wie gewohnt. Der Bereich E-Commerce wachse um fast 30 Prozent.

Netflix verloren 1,2 Prozent, nachdem die UBS die Aktie auf "Neutral" abgestuft hat. Die Analysten verwiesen zur Begründung auf die hohe Bewertung. Das Papier des Streaming-Unternehmens habe sich im bisherigen Jahresverlauf um 118 Prozent verteuert. Die erfreulichen Geschäftsaussichten seien in den Kurs eingepreist.

Dollar neigte weiterhin zur Stärke

Am Devisenmarkt legte der US-Dollar vor allem zum Yen deutlich zu und stieg auf den höchsten Stand seit rund sechs Monaten. Er notierte bei 112,49 Yen, nach 112,01 Yen am Vorabend. Devisen-Händler verwiesen zur Begründung auf Hoffnung, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China gelöst werden kann. Der Euro fiel zunächst, nachdem die EU-Kommission ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum des Euroraums im laufenden Jahr gesenkt und zugleich vor Wachstumsrisiken gewarnt hatte, die sich aus dem Handelskonflikt mit den USA ergeben. Mit den US-Preisdaten unter Erwartungen machte der Euro seine moderaten Verluste wieder wett und zeigte sich im späten US-Handel mit 1,1674 Dollar auf Vorabendniveau.

Nach den Vortagesabgaben erholte sich der Goldpreis zum US-Settlement um 0,2 Prozent auf 1.247 Dollar. Das Edelmetall scheint schon seit Wochen nicht auf den Handelskonflikt zu reagieren. Händler sagten, Gold spiele als vermeintlich sicherer Anlagehafen derzeit kaum eine Rolle. Vielmehr werde der Preis von der Geldpolitik getrieben. Die hohe US-Inflation könnte Gold als Schutz vor Geldentwertung attraktiv machen, hieß es.

Nach der steilsten Talfahrt seit Zweieinhalbjahren am Vortag erholten sich die Ölpreise zunächst etwas. Mit dem Monatsbericht der International Energy Agency (IEA), der eine Verlangsamung der Rohölnachfrage andeutete und einen Anstieg des weltweiten Angebots aufzeigte, drehte der Preis für WTI wieder ins Minus. Er verlor zum US-Settlement 0,1 Prozent auf 70,33 Dollar je Fass. Zwischenzeitlich lag WTI erstmals seit zwei Wochen wieder unter der Marke von 70 Dollar. Dagegen zeigte sich Brent mit einer Erholung und legte um 1,4 Prozent auf 74,45 Dollar zu. Am Vortag war Brent auf den tiefsten Stand seit drei Wochen gefallen.

Am Rentenmarkt zeigten sich die Notierungen kaum verändert. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag wenig verändert bei 2,85 Prozent. Die Preisdaten stünden graduellen Leitzinserhöhungen in den USA nicht im Wege, hieß es im Handel.

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July 12, 2018 16:21 ET (20:21 GMT)

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