Alt 06.05.10, 16:52
Standard Der ewige Bullenmarkt
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Die Falle wird aufgestellt.

Das Schuldendesaster in Griechenland, die allgemeine Verschuldungsproblematik und hohe Staatsdefizite sind die Top-Themen in der Wirtschaftspresse. Die Eskalation der Situation in Griechenland sorgt für zusätzliche Panik unter den Investoren. Parallel dazu erreichen die Anleihenmärkte Renditetiefs. Der Lohn der Angst ist eine garantiert rekordtiefe Rendite in den kommenden Jahren. Ist das sinnvoll?

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Man kennt nur noch fallende Renditen

Gerne hört man von pessimistischen Börsianern den Spruch, dass die jungen Banker durch die 80er und 90er Jahre schließlich auf ewig steigende Kurse an den Aktienmärkten – auf den ewigen Bullenmarkt konditioniert wurden. Die zwischenzeitlichen Krisen, die großen Crashs der Jahre 1987 und 1989, der Golfkrieg, die Russland-, LTCM- und Asienkrise werden dabei jedoch gerne vergessen.

Dagegen blendet man den eigentlichen und größten, derzeitigen Bullenmarkt in gefährlicher und sorgloser Weise aus: Den Anleihemarkt. Intuitiv wissen wir zwar alle, dass es ewig fallende Zinsen und damit ewig steigende Anleihekurse nicht geben kann. Man fühlt sich jedoch im Hinblick auf rund 30 Jahre fallende Renditen in diesem Sektor gut aufgehoben. Anleihen gelten grundsätzlich als defensive und völlig risikoarme Anlage. Das ist schlicht Zeitgeist und Unsinn!


Angst vor dem Euro-Zerfall greift um sich

Die Sorge um unsere Währung - um unser Geld – um den Euro - ist heute eine der größten Ängste der Deutschen. Wir handeln jedoch völlig konfus und widersprüchlich. Während die Staatsschulden weltweit in nie dagewesenem Ausmaß ansteigen, werden die neu aufgenommenen Schulden von den Märkten zu rekordtiefen Renditen absorbiert. In vielen Gesprächen mit unseren Kunden und Interessenten hören wir diese Tendenzen heraus: Man fürchtet sich vor den ausufernden Staatsschulden und einer Hyperinflation als Folge. Gleichzeitig will man aber in den „sicheren Hafen“ Staatsanleihen investieren. Damit kauft man ironischerweise natürlich genau diese neuen Schulden, vor denen man sich so fürchtet. Das ist paradox!

Die hohen Renditen der Vergangenheit führen hierbei Investoren in die Irre. Anleihen haben mit wenigen Ausnahmen seit 1980 – zusätzlich zur nominalen Verzinsung - ständig Kursgewinne generiert. An diesen Zustand hat man sich gewöhnt. Man ist auf den „echten Bullenmarkt“ konditioniert. Anleihekrisen wie in Argentinien, Russland oder jetzt in Griechenland waren immer „Krisen der Anderen“ und haben deutsche Investoren nur selten betroffen.

Technisch gesehen hat sich über rund 30 Jahre ein gewaltiger, bullisher Keil gebildet. Die Unterkante wurde heute sogar gebrochen. Mit 2,46 % hat die deutsche Umlaufrendite ein neues Rekordtief erreicht.




Emotionales Verhalten

Das hat einen psychologischen Hintergrund. Aus Studien wissen wir, dass Amerikaner Verluste 2,5-fach mehr „hassen“ als sie Gewinne lieben. In England beträgt dieses Verhältnis 4:1, in Deutschland sogar 6:1. Dabei steigen Aktienmärkte öfter als sie fallen. Anleihen bringen nach Inflation wesentlich geringere Erträge. Das deutsche „6:1-Verhalten“ ist nicht rational, schlicht emotional!


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Fazit

„Denn sie wissen nicht was sie tun“ scheint derzeit das Motto vieler „defensiver“ Anleger zu sein. Angst vor drohenden Staatspleiten zu haben und gleichzeitig als Käufer der Staatsverschuldung - in Form von Anleihen - aufzutreten ist schizophren. Der emotionale Effekt schlägt hier gnadenlos zu: Was sich vermeintlich sicher anfühlt, ist es aber nicht. Wir wissen aber alle, dass die Finanzmärkte meist ein sehr emotional geprägtes Umfeld darstellen.
Für Inhalt und Rechtmäßigkeit dieses Beitrags trägt der Verfasser Thomas Grüner die alleinige Verantwortung. (s. Haftungshinweis)  
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