22.05.2018 Westfalen-Blatt WKN
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Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zur Loveparade
Bielefeld (ots) - Es ist gar nicht so schwer, sich in die Lage der
21 Elternpaare zu versetzen, die am 24. Juli 2010 ihre Kinder bei der
Loveparade in Duisburg verloren haben. Was müssen diese Mütter und
Väter fühlen, wenn sich der Veranstalter Rainer Schaller knapp acht
Jahre nach der Katastrophe erstmals vor Gericht einlässt - nicht als
Angeklagter, sondern als Zeuge? Es macht auch Menschen wütend, die
nicht betroffen sind, wenn Schaller sagt: »Es ist selbstverständlich,
dass ich die moralische Verantwortung übernehme.« Schallers
Verantwortung und die des damaligen Duisburger Oberbürgermeisters
Adolf Sauerland ist nicht moralisch. Sie ist echt. Diese beiden
Männer sind keine Sündenböcke für die Öffentlichkeit, sondern bleiben
die Hauptverantwortlichen für die Katastrophe. Dass die
Staatsanwaltschaft nicht willens oder nicht in der Lage war, sie
wegen fahrlässiger Tötung anzuklagen, wirft kein gutes Licht auf die
Justiz. Noch schlimmer ist, dass es siebeneinhalb Jahre bis zum
Prozessbeginn gedauert hat. Wenn das kein Skandal ist, was dann?

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