14.01.2018 NDR Norddeutscher Rundfunk WKN
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Mikroplastik im Salz: "Fleur de Sel" häufig betroffen
Hamburg (ots) - "Fleur de Sel" gilt bei vielen Verbrauchern als
besonders wertvoll und lecker, es ist deutlich teurer als
herkömmliches Salz. Doch offenbar steckt gerade in diesen Produkten
mittlerweile häufig Mikroplastik. Das haben Recherchen des NDR
Verbrauchermagazins "Markt" ergeben. Wissenschaftler führen die
Verunreinigung im Salz auf die Verschmutzung der Meere zurück. "Fleur
de Sel" entsteht als hauchdünne Salzschicht an der Wasseroberfläche
und wird in der Regel in Handarbeit mit einer Holzschaufel
abgeschöpft.

In einer Stichprobe hat "Markt" insgesamt fünf der meistverkauften
Sorten aus Supermärkten und Feinkostläden im Labor auf Rückstände von
Kunststoffen untersuchen lassen. Es ist die erste Untersuchung dieser
Art in Europa. Das Ergebnis: In allen Proben lag der Gehalt an
Mikroplastik zwischen 130 und 1800 Mikrogramm pro Kilogramm. In einem
Fall war sogar mit bloßem Auge eine Kunststoff-Faser erkennbar.

"Plastik im Salz ist eine Konsequenz aus der jahrzehntelangen,
leichtfertigen Entsorgung von Kunststoff. Insgesamt hält diese
Entwicklung der Gesellschaft den Spiegel vor. Der Plastikmüll landet
in einem sehr hochwertigen Produkt jetzt wieder auf dem Essteller",
sagt Barbara Scholz-Böttcher vom Institut für Chemie und Biologie des
Meeres der Universität Oldenburg.

Einen gesetzlichen Grenzwert für den Gehalt an Mikroplastik gibt
es weder auf deutscher noch auf europäischer Ebene. Die in der
Stichprobe gefundenen Mengen an Mikroplastik sind zwar für Menschen
unbedenklich, dennoch warnen Experten vor langfristigen Folgen.

Nach Angaben von Prof. Dr. Edmund Maser vom Institut für
Toxikologie und Pharmakologie der Universität Kiel müsse man davon
ausgehen, dass mit dem Mikroplastik Schadstoffe in den menschlichen
Körpern gelangen. "Mikroplastik kann sich mit Substanzen wie DDT,
Dioxin, aber auch mit Schwermetallen anreichern und die Freisetzung
dieser Stoffe im Körper beschleunigen", so Maser.

Im klassischen Meersalz, das mit einer anderen Methode gewonnen
wird, wurde in der Stichprobe im Vergleich zum teureren "Fleur de
Sel" weniger Plastik gefunden. Die Hersteller der Salze äußerten sich
unterschiedlich zu den Recherchen. Die meisten kennen die
Problematik, weisen aber auf eigene Qualitätskontrollen hin oder
halten die gefundenen Mengen an Mikroplastik für gering
beziehungsweise ungefährlich.

Mehr zum Thema in der Sendung "Markt", am Montag, 15. Januar, um
20.15 im NDR Fernsehen.

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