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![]() Firmenlogo Schlumberger Bevor ich mit der heutigen Wunschanalyse von Schlumberger beginne, möchte ich noch kurz ein paar einleitende Worte dazu schreiben, warum ich diese Woche die Aktien von amerikanischen Öl- und Ölservicekonzernen zur Wahl gestellt habe und warum gerade die fünf Aktien Chevron Corp., ConocoPhillips, Halliburton, Hess Corp. und eben Schlumberger zur Wahl standen. Nun, die amerikanischen Öl- und Ölservicekonzerne standen deshalb zur Wahl, weil ich bei diesen Aktien allgemein im Moment gute langfristige Kaufgelegenheiten sehe. Bisher ging ich ja immer davon aus, dass der Ölpreis - nach Platzen der von mir rechtzeitig erkannten - Blase auch mal nach unten hin übertreiben würde und wir daher kurzfristig durchaus nochmal Ölpreise unter 20 US$ je Barrel sehen könnten. Nachdem sich derzeit aber eine Bodenbildung auf einem etwas höheren Niveau, nämlich zwischen 35 US$ und 45 US$ abzuzeichnen scheint, sehen wir diese "Untertreibung" wohl doch nicht mehr. Mittelfristig bleibe ich jedoch unverändert dabei, dass der faire Ölpreis zwischen 40 US$ und 70 US$ liegen dürfte, eine Einschätzung, die ich schon lange mit meinem Kollegen Herrn Heibel teile. Stellt sich halt noch die Frage, warum ausgerechnet die genannten fünf Aktien und nicht etwa die "alten Klassiker" wie BP, Exxon Mobil oder Royal Dutch Shell. Nun, dies lag einfach daran, dass diese großen und bekannten Ölmultis wie BP, Exxon Mobil oder Royal Dutch Shell genügend Aufmerksamkeit von Analystenseite bekommen und ich es daher nicht für so interessant erachtet habe, Ihnen diese Aktien zum x-ten Male zu analysieren. Daher habe ich mich eher für die zweite Reihe entschieden und ihnen die fünf Aktien zur Wahl gestellt, die nun zur Wahl standen. Mein eigener Favorit war dabei eigentlich die Aktie von ConocoPhilipps, zumal diese ja durch den bekannten Investor und "Börsenguru" Warren Buffett, im Fokus der Öffentlichkeit stand. Aber Sie, liebe Leser und Leserinnen, haben sich nun einmal für Schlumberger entschieden und wie immer ist mir Ihr Wunsch natürlich Befehl. Und somit heute an dieser Stelle eine ausführliche Analyse der Firma Schlumberger. ![]() 1.) Fundamentale Analyse Die Firma Schlumberger hat eine lange und eindrucksvolle Historie aufzuweisen, die ich an dieser Stelle gar nicht bis in alle Einzelheiten beschreiben kann. Aber einen kurzen Abriss möchte ich Ihnen schon geben. Zurück geht die Firma Schlumberger auf die beiden Brüder Conrad und Marcel Schlumberger. Conrad Schlumberger wurde am 2. Oktober 1878 in Gebweiler im Elsaß als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren. Seine Eltern waren Paul Schlumberger und Marguerite Schlumberger, geborene de Witt, eine Enkelin des Ministers Guizot. Er hatte zwei Brüder, nämlich den etwa eineinhalb Jahre älteren, späteren Schriftsteller, Jean Schlumberger, sowie den knapp sechs Jahre jüngeren Bruder Marcel Schlumberger. Bedeutend für den heutigen Schlumberger Konzern sind aber nur Conrad und Marcel Schlumberger. Denn Conrad und Marcel Schlumberger besuchten beide die École Nationale Supérieure des Mines, die polytechnische Schule von Paris. Conrad machte 1904 sein Staatsexamen als Bergbau-Ingenieur und wurde zwei Jahre später zum Professor für Physik an der Schule für Bergbau in Saint-Étienne. 1907 erhielt er dann eine Stelle an seiner ehemaligen Schule, der École Supérieure des Mines in Paris, bevor er im 1. Weltkrieg als Offizier der Artillerie diente. Nach dem Krieg kehrte er dann wieder an die École Supérieure des Mines zurück und befasste sich mit Angewandter Geophysik. 1914 kartierte er dann bei Bor in Serbien Pyrit-Körper mit Hilfe der Eigenpotentialmessung an der Erdoberfläche und verfeinerte seine Messeapparatur und -verfahren zur Bohrlochsondierung. 1923 schied Conrad Schlumberger aus dem Lehrberuf aus und widmete sich fortan ganz der Angewandten Geophysik, um schon drei Jahre später mit seinem jüngeren Bruder Marcel Schlumberger die Société de Prospection Électrique, die heute unter dem Namen Schlumberger Limited die weltgrößte Erdölexplorationsfirma geworden ist. Nach Conrad Schlumberger ist auch das sogenannte Schlumberger-Verfahren benannt, eine Methode zur Messung von spezifischen elektrischen Widerständen des Untergrundes, bei dem mit zwei Einspeise- sowie zwei Messelektroden der Widerstand des Untergrundes gemessen wird. Dabei bleiben die Einspeiseelektroden fest, wohingegen die Position der beiden Messelektroden symmetrisch um den Mittelpunkt variiert wird. Das Schlumberger-Verfahren wird unter anderem zur Lagestättenerkundung und bei der Bemessung von Schutzerdungen benutzt. Ein verwandtes Verfahren ist hier das sogenannte Wenner-Verfahren. Marcel Schlumberger wurde wie sein älterer Bruder ebenfalls in Gebweiler im Elsaß geboren, war jedoch knapp 6 Jahre jünger und erblickte erst am 21. Juni 1884 das Licht der Welt. Wie sein Bruder Conrad ging auch er zunächst auf die École Supérieure des Mines in Paris, wo er dann 1907 sein Examen an der École Centrale des Arts et Manufactures machte. Er war dann als wissenschaftlicher Ingenieur, Gutachter sowie Organisator bei verschiedenen Gesellschaften und in der Industrie tätig. So wurde er Mitglied in vielen Gesellschaften in den USA und Europa. 1925 handelte er dann in Houston mit Royal Dutch Shell einen Vertrag aus und war für deren Tochtergesellschaft Roxana Petroleum tätig. Am 5. September 1927 nahm er mit seinem Bruder Conrad in Pechelbronn die erste elektronische Bohrlochvermessung vor. 1934 schließlich gründete er in Houston, Texas, die Schlumberger Well Surveying Corporation. Im Krieg diente er, anders als Conrad, nicht als Soldat, sondern arbeitete in verschiedenen Abteilungen hinter der Fron. Zuletzt war er Wissenschaftsoffizier und wurde mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Nach dem Tod seines Bruders Conrad im Jahr 1936 führte er die Gesellschaft Schlumberger Brothers alleine weiter. Die beiden Brüder Conrad und Marcel Schlumberger gründeten im Jahr 1926 die Société des Prospection Électrique. Der Firmenname stammte dabei von der Idee, mit Methoden der Geoelektrik nach Kohlenwasserstoffen zu suchen - aus demselben Grund ist eine der Elektrodenanordnungen in der Geoelektrik auch nach ihnen benannt. Im Jahr 1940 wurde dann der Hauptsitz der Firma nach Houston, Texas, verlegt. 1948 folgte dann die Gründung des Ridgefield-Forschungszentrums, bevor 1956 die Gründung der Muttergesellschaft Schlumberger Limited in Willemstad, Curaçao, Niederländische Antillen, folgte. 1960 kam es schließlich zur Gründung von Dowell Schlumberger durch Schlumberger und Dow Chemical. Im Jahr 1979 wurde dann die Fairchild Camera and Instrumentation Company (inklusive Fairchild Semiconductor) zu einer Tochtergesellschaft von Schlumberger. 1985 folgte die Gründung der Sedco Forex Drilling Company, bevor Schlumberger die Tochter Fairchild Semiconductor für 122 Mio. US$ an National Semiconductor verkaufte. 1991 kaufte Schlumberger PRAKLA-SEISMOS, 1992 GeoQuest Systems und 1998 Camco International. Ebenfalls 1998 gründete Schlumberger die Bildungsinitiative SEED, die bislang mehr als 225 Schulen in 39 Ländern vernetzen konnte. Im Jahr 2000 gründete Schlumberger in einem Joint Venture mit Baker Hughes Incorporated die Seismik-Firma WesternGeo. Ab dem Jahr 2000 firmierten die ehemaligen Schlumberger Marken viz, Anadril, Dowell, GeoQuest sowie Wireline und Testing unter dem neuen Namen Schlumberger Oilfield Services. Ferner wurde Sedco Forex Drilling ebenfalls im Jahr 2000 an Transocean Drilling verkauft. 2007 dann kaufte Schlumberger den verbleibenden Anteil an WesternGeo von Baker Hughes Incorporated. Ebenfalls im Jahr 2007 wurde dann das US-Hauptquartier von New York City, New York nach Houston, Texas zurückverlegt. Heute ist Schlumberger Limited, kurz einfach Schlumberger, die weltweit größte Erdölexplorationsfirma. Der Firmensitz befindet sich in Willemstad auf Curaçao, Niederländische Antillen und die Hauptgeschäftsstellen sind in Houston, Texas, Paris, Frankreich sowie Den Haag, Niederlande. Die Firma umfasst derzeit mehr als 80.000 Angestellte aus über 140 Ländern. Im Jahr 2007 lag der Konzernumsatz bei 23,277 Mrd. US$ und es wurden 728 Mio. US$ allein in die Entwicklung von neuen Technologien investiert. Weltweit arbeiten derzeit Mitarbeiter in 23 Forschungseinrichtungen. Aufgrund der französischen Herkunft der beiden Gründer, den Brüdern Conrad und Marcel Schlumberger, wird der Firmenname meistens französisch ausgesprochen. Diese ganze Unternehmensgeschichte habe ich hier aus zwei Gründen ausgeführt, nämlich zum Einen um jegliche Verwechselung mit der österreichischen Sektkellerei Schlumberger auszuschließen und zum zweiten um einmal aufzuzeigen, was für ein international bedeutender Konzern aus dem ein oder anderen ehemaligen Familienunternehmen entstehen kann... Doch damit genug zur Geschichte des Unternehmens und ein Blick auf die fundamentalen Daten. Nach einem Umsatz von 23,277 Mrd. US$ in 2007 führte die Ölpreisexplosion zu einem starken Wachstum bei Schlumberger, so dass der Umsatz in 2008 auf ca. 27,565 Mrd. und damit um mehr als 18% gesteigert werden konnte. Besonders im 4. Quartal 2008 wirkte sich dann aber der schnell eingebrochene Ölpreis negativ aus, so dass Schlumberger im 4. Quartal 2008 bei einem Umsatz von 6,87 Mrd. US$ "nur" noch einen Nettogewinn in Höhe von 1,15 Mrd. US$ oder 0,95 US$ je Aktie ausweisen konnte. Dies bedeutete einen Gewinnrückgang um ca. 17% gegenüber den im 4. Quartal 2007 erreichten 1,38 Mrd. US$ bzw. 1,12 US$ je Aktie sowie eine deutliche Verfehlung der Analystenschätzungen, die für das 4. Quartal 2008 eigentlich mit einem Umsatz von 7,08 Mrd. US$ sowie einem Gewinn je Aktie in Höhe von 1,06 US$ kalkuliert hatten. Hintergrund dieser sicherlich recht schwachen Quartalszahlen seien dabei deutlich gesunkene Bohr- und andere Aktivitäten der Öl- und Gaskonzerne gewesen, so CEO Andrew Gould. Aufgrund der gesunkenen Ölpreise ist aktuell noch nicht davon auszugehen, dass die Geschäfte bei Schlumberger sofort wieder anziehen, wenngleich hier ein Boden gefunden scheint. Jedoch ist aufgrund der zuletzt gesehenen Stabilisierung des Ölpreises durchaus davon auszugehen, dass sich die Geschäfte auf dem derzeitigen - und damit ja einem immer noch einem recht hohen Niveau - zumindest stabilisieren. Von der Finanzkrise dürfte Schlumberger bei einer Verschuldung von 5,3 Mrd. US$ sowie Cashbeständen von 3,69 Mrd. US$ wenig merken, denn das Unternehmen ist damit bestens durchfinanziert. Zudem sinken mit weniger Projekten auch die Kosten, so dass man zwar nicht gerade vor einer Gewinnexplosion steht, aber zumindest weiter schwarze Zahlen schreiben dürfte. Wie das 4. Quartal 2008 aber auch deutlich zeigte, hat der Konzern Probleme die Kosten, die man in der Boomphase zuvor erhöhen musste, schnell den geänderten Markgegebenheiten anzupassen. Ich rechne daher mit einem insgesamt recht schwachen Jahr 2009 für Schlumberger. So erwarte ich für 2009 einen Umsatzrückgang um knapp 4% auf 26,5 Mrd. US$, sowie einen deutlichen Rückgang des Nettogewinns. Da bisher die Steuerpläne der Regierung Obama, der angekündigt hatte besonders die Rekordgewinne der Ölkonzerne "abschöpfen" zu wollen, noch nicht auf dem Tisch liegen, halte ich eine konkrete Gewinnschätzung für kaum möglich, aber ein Gewinneinbruch um 40% von zuvor etwa 5,4 Mrd. US$ (oder 4,50 US$ je Aktie) auf dann etwa 3,2 Mrd. US$ (oder 2,67 US$ je Aktie) würde mich nicht überraschen. Und je nachdem was Präsident Obama in Sachen Steuern plant, könnte es noch schlechter aussehen. Derzeit wird Schlumberger an der Börse mit ca. 46 Mrd. US$ bewertet, woraus sich ein 2008er KUV von 1,68 sowie ein 2008er KGV von ca. 8,5 errechnet. In 2009 würde das KUV dann jedoch auf 1,75 und das KGV auf 14,5 steigen, womit sich die auf den ersten Blick sehr günstige Bewertung deutlich relativiert. Andererseits ist nach 2009 mit einem weltweit steigenden Ölverbrauch und somit auch wieder mit - zumindest leicht - steigenden Ölpreisen zu rechnen, womit auch die Geschäfte beim weltgrößten Ölexplorationsunternehmen wieder besser laufen dürften. Nachdem die Aktie in den letzten Monaten von ihrem Hoch bei über 100 US$ inzwischen mehr als 60% ihres Wertes verloren hat, dürften die schwächeren Aussichten für 2009 zu einem großen Teil bereits im Kurs eskomptiert sein, die nach 2009 wieder deutlich besseren Aussichten hingegen wohl noch nicht. Aus fundamentaler Sicht ist die Aktie von Schlumberger daher zwar kein Verkaufskandidat, aber einen sofortigen Kauf der Aktie würde ich auch nicht empfehlen. Denn zwar bin ich mit meiner Umsatz- und Gewinnprognose schon deutlich zurückhaltender als manch ein Analyst, jedoch könnten sich selbst meine Schätzungen noch als etwas zu optimistisch erweisen, insbesondere dann, wenn der Ölpreis sich wider Erwarten doch noch nicht endgültig stabilisiert. Da die Aktie langfristig jedoch mehr Chancen als Risiken bietet, vergebe ich ein HOLD und rate dazu die Aktie auf die Watchlist zu setzen. Sollte es hier im Zuge eines Ausverkaufs an den Märkten oder einer weiteren Abwärtsbewegung des Ölpreises wirklich zu Kursen deutlich unter 30 US$ kommen, so wäre mein Rating auf STRONG BUY anzuheben. Langer Rede, kurzer Sinn, noch braucht man die Schlumberger Aktie nicht bedingungslos zu kaufen, aber der Titel ist besonders für langfristige Anleger durchaus interessant! Quellenverzeichnis: Die Unternehmensgeschichte von Schlumberger wurde auszugsweise entnommen bei: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlumberger_(Unternehmen) 2.) Charttechnische Analyse Die Chartanalyse wird in Zusammenarbeit mit Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com) erstellt: Schlumberger - im Spiegelbild des Ölpreises Einleitung: Wie aus den letzten Analysen bekannt, möchte ich heute wieder mit einem so bezeichneten „Big Picture“ starten, was konkret bedeutet, dass ich mir den Chart der Schlumberger Ltd. zunächst aus einer größeren Entfernung in Form eines 10-Jahres-Charts betrachte, um so mögliche Unterstützungs- und Widerstandszonen definieren zu können. Dem folgend ergänze ich den 10-Jahres-Chart mit einem 2-Jahres-Chart, um Ableitungen zur zukünftigen Entwicklung anhand zweier Szenarien zu skizzieren. Hintergrund der Szenarien ist die Tatsche, dass die Technische Analyse nicht statisch ist und es sich zudem um eine Momentaufnahme handelt. Im Grunde müsste jedes Verhalten der Aktie fortlaufend kommentiert werden. Um dies zu vermeiden gebe ich dem Chart die Chance sich zu entwickeln und folglich entsprechende Szenarien abzuarbeiten. Schlumberger, Chart, 10 Jahre ![]() Zum 10-Jahres-Chart: Ähnlich dem Ölpreis vollzog die Schlumberger Ltd. zu Beginn des neuen Jahrtausends den Start einer langjährigen Aufwärtsbewegung. Dem folgend – wie kann es in diesem Zusammenhang auch anders sein – begann während des Jahres 2008 die äußerst steile und bisweilen auch noch anhaltende Korrekturbewegung welche die Performance von mehr als drei Jahren innerhalb von noch nicht einmal sechs Monaten vernichtete. Das vorläufige Allzeithoch markierte die Aktie am 16. Oktober 2007 bei 113,48 US$ im Tagesverlaufs. Das Allzeittief hingegen liegt durchaus „noch weit entfernt“ (mehr als 50%) bei rund 17 US$ und wurde im Oktober des Jahres 2002 ausgebildet. Aktuell bewegt sich die Aktie in einem etablierten Abwärtstrendkanal auf eine durchaus als maßgeblich zu bezeichnende Unterstützungszone zu. Diese befindet sich im Kursbereich um 34,50 Dollar und sollte für den Fall einer Stabilisierung des Ölpreises auch verteidigt werden können. Andernfalls wäre im Zuge des nachhaltigen Durchbruchs per Wochenschlusskurs mit weiter fallenden Kursen bis in die Region von 20 bis 25 US$ zu rechnen. So oder so wächst für diese Aktie das Pflänzchen der Hoffnung erst mit Kursen oberhalb von 44 US$ – die Abwärtstrends sind daher absolut intakt und auch der stark fallende 200-Tage-Durchschnitt lassen eine Investition in die Schlumberger Ltd. derzeit als spekulatives Investment erscheinen. Schlumberger, Chart, 2 Jahre ![]() Zum 2-Jahres-Chart und Fazit: Chance/Risiko-Verhältnis: 55/45 – aufgrund der sich abzeichnenden Bodenbildung im Ölpreis oberhalb von 30/35 US$ sowie der starken Unterstützungszone im Bereich von 34,50 US$ sind spekulative Investments zwar möglich. Dennoch gilt das bereits erwähnte Risiko in Form des etablierten Abwärtstrendkanals nicht zu unterschätzen und somit wäre im Falle einer Trendfortsetzung durchaus von Kursen bis in den Bereich von 20 bis 25 US$ auszugehen. Der Stop-Loss wäre somit eng im Bereich von 33 US$ zu setzen und zwingend einzuhalten! LONG Szenario: Schlumberger Ltd. stabilisiert sich oberhalb von 34,50 US$ und verteidigt folglich das als maßgeblich anzusehende Unterstützungslevel. Im Zuge dieser Stabilisierung gelingt es der Aktie sodann den Widerstandsbereich von 44 US$ zu überspringen und folglich generiert die Aktie kurzfristig ein Aufwärtspotential von mindestens 10 US$ bis rund 54 US$. Ob anschließend gar ein Angriff auf die sekundäre Abwärtstrendlinie, bei aktuell und 69 US$ erfolgen könnte, ist aus heutiger Sicht schwer zu beantworten, doch besteht grundsätzlich diese Möglichkeit. SHORT Szenario: Der etablierte Abwärtstrendkanal gibt weiterhin die Richtung vor und somit ist es nur eine Frage der Zeit bis schließlich das Kursniveau von 34,50 US$ unterboten wird. Mit einem Absacker unter dieses Unterstützungslevel werden Kursziele von zunächst etwa 25 US$ aktiviert. Prinzipiell erscheinen sogar mittelfristige Tiefstkurse von bis zu 20 US$ möglich. Unterhalb von 20 US$ würde sich das Augenmerk der Aktie dann auf den Allzeittiefstand bei 16,48 US$ richten. Die Aktie wäre dann mehr als angeschlagen und hoffnungsvolle Kurse in der Region oberhalb von 45 US$ gehörten dann definitiv in das Fabelbuch. Die dargestellten Charts wurden mit TradeSignal -Webedition- erstellt. Technische Analyse für Ihre gewünschten Werte unter: www.TA4YOU.com TA4YOU bietet individuelle und exklusive Chartanalyse für Ihre Wunschwerte. 3.) Sentimenttechnische Analyse Schaut man sich die Empfehlungen hier bei Sharewise an, so kann man daraus kaum eine sinnvolle Sentimentanalyse erstellen. Denn mit gerade einmal 2 Empfehlungen der Sharewise Mitglieder und sogar nur einer Empfehlung der professionellen Analysten ist das Datenmaterial einfach zu dünn, wenngleich auffällig ist, dass alle drei Empfehlungen ausschließlich Kaufempfehlungen sind. Ich habe mir daher mal die Mühe gemacht im Internet nach weiteren Meinungen zu der Aktie Ausschau zu halten. Dabei fiel mir auf, dass die Einschätzung der Aktie durch die professionellen Analysten bis vor kurzem noch außerordentlich positiv waren, sich das Bild jedoch spätestens seit den schwachen Quartalszahlen zum 4. Quartal 2008 nun deutlich eingetrübt hat. Gab es bis vor kurzem noch reihenweise Kaufempfehlungen für die Schlumberger Aktie, so wurde die Aktie zuletzt von der Credit Suisse, RBC Capital Markets oder auch der Citigroup auf Sector Perform bzw. HOLD abgestuft. Echte Verkaufsempfehlungen gibt es zwar, wohl im Hinblick auf die hier bereits gesehenen Kursverluste von mehr als 60% kaum, aber mit Kaufempfehlungen halten sich die Analysten auch noch zurück. Von Seite der professionellen Analysten ist das also weder Fisch noch Fleisch! Bei den Privatanlegern hingegen dürfte das Sentiment nicht viel anders aussehen. Abgesehen davon, dass wohl nur wenige Privatanleger die Schlumberger Aktie kennen, dürften die wenigen Aktionäre, die die Aktie in ihrem Portfolio haben, von der Entwicklung in den letzten Wochen und Monaten herb enttäuscht sein. Da hat man in eine Boombranche wie es eben die Ölbranche bis vor kurzem noch war, investiert und dann hat dies einem Kursverluste von mehr als 60% innerhalb von nur sechs Monaten beschert. Andererseits werden die enttäuschten Privatanleger dennoch nicht so schnell kapitulieren und die Aktie verkaufen, da ja langfristig jeder mit einem steigenden Ölverbrauch und wieder steigenden Ölpreisen rechnet und dann auch die Geschäfte bei Schlumberger wieder besser laufen dürften, so wie ja auch ich das ausgeführt habe. Insofern haben wir hier eine sehr gefährliche Mischung im Sentiment. Sowohl Analysten als auch Privatanleger sind zwar von der Entwicklung zuletzt enttäuscht, andererseits kapitulieren sie nicht, weil die langfristigen Aussichten für den Ölpreis ja eigentlich toll aussehen und daher auch die Schlumberger Aktie wieder auf die Beine kommen müsste. Eine also im Grunde hoffnungsvolle, positive Stimmung steht hier einer in der Realität zuletzt katastrophale Kursentwicklung entgegen und dies ist das schlechtest mögliche Szenario, was als Konsequenz weitere Kursverluste implizieren müsste! 4.) Zusammenfassung Die Zusammenfassung ist heute nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Aus fundamentaler Sicht ist Schlumberger eigentlich ein tolles Unternehmen und im aktuellen Kurs erscheint bereits nahezu alles Negative eingepreist. Zumal die langfristigen Aussichten für den Ölpreis und damit in der Folge auch für die Geschäfte des weltgrößten Explorationsunternehmen Schlumberger fantastisch erscheinen. Ein erstes Warnsiganl liefert dann aber schon die charttechnische Analyse von Herrn Kämmerer, der das Risiko bei der Aktie leicht höher einschätzt als die Chancen. Und sehr negativ sieht dann das Bild der Sentimentanalyse aus, da man trotz katastrophaler Kursentwicklung keine Kapitulation der positiv gestimmten Anleger erkennen kann. Insgesamt gehe ich daher davon aus, dass der Crash bei Schlumberger noch nicht gänzlich ausgestanden ist. Wie ja auch am Ende der Fundamentalanalyse geschrieben, kann man die Aktie daher kurzfristig bestenfalls als Halteposition einstufen, wobei ein womöglich finaler Selloff deutlich unter 30 US$ nicht ausgeschlossen werden kann. Dieser mögliche Selloff könnte evtl. einhergehen mit einem nochmaligen Einbruch des Ölpreises, so dass mein ursprüngliches Szenario einer kurzfristigen Übertreibung nach unten beim Öl doch noch Wirklichkeit würde. Erst dann würden wohl die nach wie vor zu optimistisch gestimmten Anleger kapitulieren und genau das wäre dann "Warren Buffett Time", sprich die Chance zum Einstieg für langfristige Investoren. Langer Rede, kurzer Sinn, grundsätzlich ist die Schlumberger Aktie ein gutes, weil seriöses Investment. Derzeit jedoch schon zum Kauf der Aktie zu blasen, wäre etwas verfrüht. Wer die Aktie schon hat, der sollte jetzt - es sei denn es wäre aus steuerlichen Gründen sinnvoll - einfach dabei bleiben und bei einem möglichen finalen Selloff verbilligen, denn auf lange Sicht dürfte sich das auszahlen. Wer die Aktie noch nicht hat, der sollte sie jetzt auch noch nicht kaufen, sondern die Aktie auf die Watchlist setzen. Sollte der finale Selloff deutlich unter 30 US$ dann kommen, gilt es Mut zu beweisen und zuzuschlagen. Allerdings bedarf es schon einiger Geduld, denn die Aktie wird die Höchstkurse von weit über 100 US$ weder morgen noch übermorgen wiedersehen. Aber eine Verdopplung von 25 US$ auf 50 US$ wäre jederzeit drin!
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Die Sharewise-Wunschanalyse erscheint wöchentlich in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker - Börsenbrief (www.heibel-ticker.de). Weitere Analysen und Empfehlungen finden Sie auf www.sharewise.com. | ||
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