Alt 08.11.17, 15:25
Standard Erfolg beim Trading – Weniger ist mehr!
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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

das sprichwörtliche „Zu-viel-des-Guten“ kennen Sie, werte Leserschaft, selbstredend aus vielen Lebensbereichen, zum Beispiel vom Essen. Auch die Redewendung von den vielen Köchen, die angeblich den Brei verderben ist im Grunde jedem Menschen bekannt. Dass sich beide Sätze auch auf den Bereich des Tradings anwenden lassen, wird so manchem Leser dieser Kolumne vielleicht nicht gleich klar sein. Trotzdem gibt es genug Situationen im Leben eines CFD- oder Forex-Traders, auf die sich besagte Sprichwörter anwenden lassen. Vor allem Anfänger erleben nicht selten solche Momente, oft jedoch ohne zu wissen, in welche Krisen sie sich selbst gebracht haben. Was meine ich an dieser Stelle genau? Im Grunde können gleich zwei Themen ins Feld geführt werden. Auf der einen Seite geht es um den Handel an sich, während die andere Seite der Medaille die Analyse der Marktumgebung auf der Suche nach Trading-Chancen ist.

Setzen Sie sich eigene Grenzen beim Spekulieren und Traden

Widmen wir uns zunächst dem Allgemeinen. Zu viel auf einmal zu wollen, erweist sich für Händler von Devisen und Differenzkontrakten schnell als ernstes Problem. Auch Aktionäre, die ihr Depot bestücken, können teilweise ein trauriges Lied von Problemen dieser Art singen. Gemeint ist: Wer sich mit zu vielen Positionen und Basiswerten gleichzeitig beschäftigt, riskiert, den Überblick über das eigene Portfolio zu verlieren. Dies führt ganz automatisch dazu, dass die Verluste steigen und zudem auch echte Gelegenheiten übersehen werden können. So schaden sich Einsteiger, die parallel mit zahlreichen Underlyings hantieren, letzten Endes selbst – und das, obwohl man breit aufgestellt doch das genaue Gegenteil erreichen wollte.

Auch Profis wollen mitunter zu viel auf einmal

Es lässt sich relativ einfach erklären, weshalb Experten für den FX- und CFD-Handel nicht nur für den Start ins Trading zu maximal vier bis fünf zeitgleich verwalteten Positionen raten. Dies gelingt mit einiger Erfahrung und dem so wichtigen Grundverständnis für das Thema Trading in aller Regel recht gut. Ein Positions-Kontingent darüber hinaus aber geht immer mit dem Risiko einher, die Kontrolle zu verlieren. Diese Warnung sollten umso mehr Trader beherzigen, die nur ab und zu auf der Handelsplattform eines Brokers vorbeischauen, um langfristig ausgerichtete Orders zu überprüfen und nötigenfalls die definierten Parameter anzupassen. Dass auch sehr aktive Profi-Trader vielfach ihrerseits auf zu viele parallel laufende Positionen verzichten, spricht in diesem Zusammenhang ohne Frage Bände. Wir empfehlen also ganz eindeutig: Setzen Sie sich eine klare Obergrenze, um stets die Übersicht zu behalten!

Trader sollten sich niemals zu sicher fühlen

Und diese Empfehlung sollten Sie eben nicht nur für die Positions-Zahl im Hinterkopf behalten. Auch bei der Analyse der Märkte und einzelner Basiswerte aus den verschiedenen Sparten von Devisen und Rohstoffen über Aktien und Zertifikate bis hin zu Indizes bestätigt sich die Richtigkeit der eingangs genannten Sprichwörter. Und zwar gleichermaßen im Kontext der Fundamentalanalyse wie der charttechnischen Analyse. Ihr analytisches „Setup“ sollte nicht nur zu Ihren Bedürfnissen und Zielen passen. Sie sollten zugleich einmal mehr auf ein Übermaß von Indikatoren verzichten, um sich beim Handel nicht selbst im Wege zu stehen. Und lassen Sie sich gesagt sein, dass dies schneller passieren kann, als Sie sich dies als ambitionierter Laie wohl vorstellen können.

Indikator-Informationen können teilweise widersprüchlich sein

Ein Grund, weshalb dieser Hinweis unbedingt auf die Liste der zu beachtenden Tipps gehört: Wer zu viele Handelssignale verwendet, nimmt in Kauf, auf Indikatoren zu setzen, die nicht nur zueinander passen. Im schlimmsten Falle können sich die durch die Signale definierten Aussagen über die analysierten Assets sogar vollends widersprechen. Guter Rat ist in solchen Momenten teuer. Im besten Fall wird auf Orders verzichtet, weitaus tragischer sind die Folgen für Trader, wenn sie trotz der genannten Probleme Einsätze riskieren. Sinnvollerweise sollte jede Analyse mithilfe unterschiedlicher Instrumente zu einer klaren Erkenntnis führen. Widersprüchliche Informationen sind das letzte, was Sie als bemühter Trader zum Ausgangspunkt ihrer Positionen machen möchten. Kurzum, die Rahmenbedingungen müssen passen.

Behalten Sie den Überblick über Ihre Chartanalyse

Bei der Fundamentalanalyse gelten dieselben Empfehlungen, auch in diesem Bereich sollte das Analyse-Modell auf allzu viele Indikatoren verzichten. Was bedeutet dies nun genau für die Zusammenstellung ihrer Analyse-Tools? Es geht an sich darum, dass sie Signalgeber miteinander zusammenbringen, die als wechselseitige Bestätigung dienen, statt sich untereinander zu widerlegen. Denn eine klare Marschrichtung innerhalb Ihrer Analyse, ist das A und O für erfolgreiches Trading. Einen weiteren Punkt, der gegen zu viele Indikatoren bei der Charttechnik spricht, werden Sie sowieso schnell erkennen. Verwenden Sie testweise fünf oder mehr Indikatoren und schauen Sie sich das chart-interne Resultat genauer an. Irgendwann wird es schlicht unübersichtlich, sodass Sie sich die Analyse genauso gut hätten ersparen können. Denn gerade bei der Auswertung kleiner Zeitfenster ist es gefühlt unmöglich, ernstzunehmende Daten herauszufiltern.

Zielvorgaben ähneln sich bei allen Trading-Modellen

Unverzichtbar hingegen sind Hilfsmittel wie Stopps und Limits, um auf unerwartete Kursveränderungen von Anfang an vorbereitet zu sein. Worum also geht es? Um Aussagekraft. Und diese erreichen Sie bei der Fundamental- und Chartanalyse, indem Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Was genau dieses Wesentliche ist, dies gilt es durch die Formulierung der eigenen Handelsziele zu definieren. Und hier zeigt sich die Parallele zwischen dem Forex- und CFD-Handel und anderen Arten des Tradings. Unterm Strich entscheiden hier wie dort die Vorstellungen von der erhofften Rendite und die Risikobereitschaft, welcher Analyse-Ansatz zielführend ist. In diesem Sinne viel Erfolg!

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de

P.S: Mein Trader-Kollege Lars Erichsen hat zum Thema wie man die richtigen Einstiege beim Trading findet, ein zweiteiliges Video gemacht: https://youtu.be/IrS-vsN0Apg
Für Inhalt und Rechtmäßigkeit dieses Beitrags trägt der Verfasser Sebastian Hell die alleinige Verantwortung. (s. Haftungshinweis)  
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