Alt 14.07.17, 11:51
Standard Rentenreport KW 28: Anleger fürchten baldiges Ende der lockeren Geldpolitik
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Yellen lässt die Märkte jubeln.

Am deutschen Aktienmarkt herrschte zur Wochenmitte Kauflaune. US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hatte die Märkte aus ihrer Lethargie gerissen und mit ihren Aussagen wieder für gute Laune unter den Anlegern gesorgt. In der Anhörung vor dem Kongress hatte sie signalisiert, dass sie die Zinsen nur behutsam weiter anheben will. Der DAX kletterte daraufhin über die Marke von 12.600 Punkten und kann diese auch am Donnerstag weiter verteidigen, obwohl erste Skeptiker bereits Gewinnmitnahmen befürchtet hatten. Der US-Leitindex Dow Jones hatte am Mittwochabend im Verlauf mit 21.581 Punkten den höchsten Stand aller Zeiten markiert.

Am Devisenmarkt hat sich der Euro von einem leichten Rückschlag nach den Fed-Äußerungen wieder erholt und erreichte zwischenzeitlich die Marke von 1,15 Dollar. Die Notierungen bei Öl bleiben auf Erholungskurs. Zum einen hatte Saudi-Arabien erklärt, man exportiere derzeit weniger des Rohstoffes und zum anderen hatten aktuelle Daten einen Rückgang der US-Lagerbestände ausgewiesen.

Im Juni hat der Inflationsdruck in Deutschland wieder zugenommen. Als Preistreiber erwiesen sich die Lebensmittel, die Ölpreise wirkten preisdämpfend. Wie das Statistische Bundesamt berichtete, stieg die jährliche Inflationsrate auf 1,6 Prozent und entspricht damit der vorläufigen Schätzung vom 29. Juni.

Bundes-/ Staatsanleihen

Die Entwicklung an den Rentenmärkten bereitet Anlegern Sorge. Seit Ende Juni haben die Renditen von Bundesanleihen angezogen. Jüngst rentierten zehnjährige Bunds bei 0,61 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Anfang 2016. Die Anleger fürchten ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Präsident Mario Draghi hat vor kurzem in Portugal Spekulationen über ein Herunterfahren der Anleihenkäufe angeheizt.
Die europäische Notenbank ist mittlerweile ein wichtiger Akteur am Rentenmarkt. Sollte die EZB als Käufer wegfallen, könnte dies den gesamten europäischen Bondsmarkt in Schwierigkeiten bringen.

So zeigte sich auch eine Veränderung bei der Emission der neuen zehnjährigen Bundesanleihe (WKN: 110242) am Mittwoch. Vor vier Wochen, bot der Bund bei der Aufstockung der zehnjährigen Anleihe Anlegern noch einen Kupon von 0,25 Prozent. Bei der aktuellen Emission im Volumen von 5 Milliarden Euro wurden die Zinsen auf 0,50 Prozent erhöht.
Die Nachfrage lag bei 5,66 Milliarden Euro. 4,01 Milliarden Euro teilte die Bundesfinanzagentur zu einer Rendite von 0,58 Prozent zu, 990 Millionen Euro wurden für die Marktpflege zurück behalten.


Anlegertrends

Dic Asset emittiert fünfjährige Anleihe

Handelsumsätze von mehr als 8 Millionen Euro verzeichnete der neue 130 Millionen Euro schwere Bond der Dic Asset AG (WKN: A2GSCV) an der Börse Stuttgart. Der Zinssatz liegt für die fünfjährige Laufzeit bei 3,25 Prozent p.a. Die Rückzahlung ist auf den 11.07.2022 datiert. Kündigen kann der Emittent die Anleihe ab dem 11.07.2020 zu 102,0 Prozent und ab dem 11.07.2021 zu 101,0 Prozent. Die Anleihe ist zu einer Mindeststückelung von 1.000 Euro nominal handelbar.

Die Dic Asset AG ist auf Gewerbeimmobilien, insbesondere Büroimmobilien und Einzelhandelsobjekte, in Deutschland spezialisiert. Eigenen Angaben zufolge managt das Unternehmen an sechs Standorten Portfolios mit rund 200 Objekten mit einem gesamten Immobilienvermögen von ca. 3,6 Mrd. Euro. In den veröffentlichten Geschäftszahlen des Jahres 2016 ist ein EBIT von 79,6 Mio. Euro und ein Konzernergebnis von -29,4 Mio. Euro ausgewiesen. Das EPRA-Ergebnis liegt bei 44,1 Mio. Euro.
EPRA-Ergebnis ist ein nach EPRA-Empfehlungen ermitteltes Konzernergebnis und gilt als Indikator für das operative Ergebnis eines Immobilienbestandhalters. Das Konzernergebnis nach IFRS wird um Sondereffekte (z.B. aus Veräußerungen) sowie um Bewertungsveränderungen von Immobilien und Finanzderivate bereinigt.

Volkswagen Leasing platziert Bonds im Gesamtvolumen von 2,25 Milliarden Euro

Die Volkswagen Leasing GmbH, eine Tochtergesellschaft der Volkswagen Financial Services AG, hat kürzlich zwei Anleihen mit einem Emissionsvolumen in Summe von 2,25 Milliarden Euro begeben.
Der bis Januar 2025 laufende Bond (WKN: A2FSFN) ist mit einem Kupon von 1,375 Prozent ausgestattet. Während die Mindeststückelung für dieses Papier bei 1.000 Euro nominal liegt, ist die zweite, bis Juli 2021 laufende Anleihe, zu einer Stückelung von 100.000 Euro nominal handelbar.

Reger Handel in K+S-Bond

Die bis zum 06.04.2023 laufende Anleihe (WKN: A2E4U9) des Salz- und Düngemittelproduzenten K+S wurde in der Handelswoche rege von Anlegern an der Börse Stuttgart gehandelt. Die Anleihe verfügt über einen Kupon von 2,625 Prozent. Seitens des Emittenten besteht ein Sonderkündigungsrecht unter Zahlung einer Prämie von 0,45% bis zum 06.01.2023. Danach ist die Anleihe zu 100 Prozent kündbar.


Börse Stuttgart TV

Steigende US-Zinsen: Emerging-Market Bonds zeigen sich unbeeindruckt

Steigende Zinsen in den USA waren bislang immer eine Belastung für Emerging Markets Anleihen. Warum das dieses Mal nicht so ist und welche Hinweise sich Anleger von der Rede von Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Kongress erhoffen, verrät Anleihen-Expertin Bianca Becker im wöchentlichen Marktgespräch bei Börse Stuttgart TV.



Quelle: boerse-stuttgart AG
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