Alt 09.06.17, 10:04
Standard ETFs – das macht sie für Anleger so interessant
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Sie halten derzeit Ausschau nach lukrativen Investments, liebe Leser? Dann sind Ihnen früher oder später bestimmt schon die sogenannten ETFs „über den Weg gelaufen“. Denn diese Produkte des Finanzmarktes werden von Anlageberatern immer häufiger als lohnendes Investment bezeichnet, dessen Risiken für Anleger scheinbar sehr überschaubar ausfallen. So wenigstens formulieren es die Fürsprecher. Es liegt in der Natur der Sache, dass es ebenso kritische Stimmen gibt, die eher auf die Knackpunkte der Instrumente verweisen. Wir schauen uns das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Produkte einmal genauer an – denn nur der objektive Blick von außen kann zeigen, ob sich der Einstieg wirklich bezahlt machen kann.

Börsengehandelte Fonds mit verschiedensten Vorzügen

Im ersten Schritt wird sich mancher Leser, der bisher vielleicht eher als Forex- und CFD-Trader spekuliert oder Geld in Aktien investiert hat, die Frage stellen, was sich hinter der Abkürzung eigentlich genau verbirgt. Die Antwort fällt leicht. Das Kürzel ETF steht für „Exchange Traded Funds“ und damit für börsengehandelte Fonds. Wie bei allen Finanzprodukten gibt es gewisse positive, aber eben auch eher negative Aspekte. Erst die Gegenüberstellung der Fakten kann zeigen, was Anleger von den Instrumenten erwarten können. Auf der sprichwörtlichen Haben-Seite stehen unter anderem die im Vergleich geringen Kosten. Genauer: im Direktvergleich zu klassischen Investmentfonds.

Produkte sind auch ohne Börsenerfahrungen verständlich

Für ETFs spricht außerdem, dass die Strukturen der Gebührenmodelle in aller Regel ebenso transparent wie nachvollziehbar sind, auch Einsteiger verstehen die Preisgestaltung bei der ersten Lektüre. Im nächsten Schritt überzeugen Exchange Traded Funds manchen Anleger, weil in diesem Marktbereich zwar Fondsanteile erworben werden, aber auf die sonst üblichen Ausgabeaufschläge verzichtet wird. Dies wiederum liegt daran, dass die Fonds nicht aktiv gemanagt werden.

Die Folge:

Die Kosten für die Fonds-Verwaltung fallen gering aus. Für manchen Anleger aber mag genau diese passive Verwaltung Anlass zur Kritik geben, wenngleich die Erträge vieler Produkte zeigen, dass dies faktisch eher kein Problem darstellt. Kosten entstehen Investoren natürlich auch in diesem Umfeld. So müssen Anleger neben den marktüblichen Ordergebühren auch den Spread im Blick behalten. Diese Differenz zwischen dem An- und Verkaufskurs ist Händler von Differenzkontrakten und Forex-Instrumenten ebenfalls bestens bekannt. Der Handel – und damit auch der Verkauf bei positiven Kursentwicklungen – kann aufgrund der Produktausrichtung jederzeit an den zuständigen Börsenplätzen erfolgen. In puncto Flexibilität wissen ETFs also zu überzeugen, schließlich können Besitzer der Fondsanteile auch sehr akut Umstellungen ihres Portfolios vornehmen, wenn es der Markt verlangt.

ETF-Investoren erreichen bestmögliche Risikostreuung

Umgangen wird das von Zertifikaten, Aktien und anderen Produkten bekannte Emittentenrisiko, was daran liegt, dass die in ETFs angelegten juristisch als Sondervermögen gehandhabt werden, welches nicht in die Insolvenzmasse eines Herausgebers einfließt. Ein eindeutiger Vorteil für Anleger, denen die Gefahren bei Zertifikaten zu hoch erscheinen. ETFs können allgemein recht unterschiedliche Basiswerte abbilden, der Deutsche Aktienindex (DAX) ist ein gutes Beispiel. Solche Index-Fonds eignen sich für Anleger deshalb, weil sie eine gute Risikostreuung auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Aktien erlauben. In der Tat ist das ETF-Ziel ausdrücklich darin zu sehen, den betreffenden Index mit geringen Kosten so präzise wie möglich wiederzugeben. Dieses reduzierte Risiko ist ganz ohne Frage ein elementarer Vorzug von ETFs – gerade private Anleger haben so die Möglichkeit, mit nur einem einzigen Produkt auf einen kompletten Markt zu handeln. Das sogenannte „Klumpenrisiko“, das bei einzelnen Werten existiert, wird in diesem Zusammenhang umgangen.

Anleger können auch Spezialthemen bevorzugen

ETFs können vielfältiger Natur sein. Als Grundlage kommen wie gesagt Aktien, aber auch Rentenmärkte, Rohstoffe, Immobilienmärkte oder ganze Geldmärkte infrage. Markttrends können auf diese Weise gezielt mitgenommen. Auch Investitionen auf Basis regionaler oder globaler Rahmenbedingungen sind denkbar. Gleiches gilt für speziellere Themengebiete wie Energie oder auch den immer wichtiger werdenden Bereich der Nachhaltigkeit. Kosten entstehen wie erwähnt nur in Form recht geringer Handelsspannen sowie kundenfreundlichen Verwaltungsgebühren. Typische Gebühren für die Verwaltung eines ETFs bewegen sich im Rahmen von maximal 1,00 Prozent. Vielfach entfallen die Entgelte vollends.

Zum Vergleich: Bei Aktienfonds mit aktivem Management werden im Normalfall zwischen 1,00 und 2,00 Prozent pro Jahr fällig. Nur in Einzelfällen müssen Investoren in spe Ausgabeaufschläge zahlen, die sonst beim Fondskauf über Banken und Broker durchaus bei bis zu fünf Prozent liegen kann. Die pauschalen ETF-Transaktionsgebühren fallen mit oft maximal 10,00 Euro gering aus – pro Order.

Risiken müssen ebenfalls bekannt sein

Ganz ohne Risiko sind auch ETFs natürlich nicht. So kann ein Währungsrisiko bestehen, wenn die im Index enthaltenen Einzelwerte in verschiedenen Devisen gehandelt werden. Diese Differenzen können sich auf dem Gesamtkurs des jeweiligen ETF nachteilig auswirken. Der zweite Aspekt, der als Nachteil gewertet werden kann: die fehlende Kapitalgarantie. Wie bei vielen anderen Finanzinstrumenten besteht hier keineswegs die Garantie, dass Anleger bei Fälligkeit einen Gewinn verbuchen werden. So kann sich der Preis gleichermaßen positiv wie negativ entwickeln.

Große Indizes nicht nur für Anfänger gut geeignet

Trotz dieser möglichen Risiken überwiegen aus Anlegersicht ganz eindeutig die Vorteile beim ETF-Handel. Hohe Sicherheit, verständliche Konditionen, geringe Kosten und die vorbildliche Risikostreuung sprechen dafür, sich als Börsen-Fan zumindest hin und wieder auch mit den Möglichkeiten eines ETF-Investments zu befassen. Gerade wenn der Markt phasenweise günstige Gelegenheiten in anderen Bereichen vermissen lässt. Für den Einstieg bieten sich „Klassiker“ wie der genannte DAX oder der Euro Stoxx 50 an. Größere Fonds werden zum Beispiel in Form des MSCI-WORLD-ETF (mit über 1.500 internationalen Aktien) angeboten, auch der S&P 500 mit – nomen est omen – 500 enthaltenen Aktienwerten kann im weiteren Verlauf von Interesse sein, wenn bereits erste Erfahrungen gesammelt wurden.

Letztlich ersparen sich Trader vor allem eines:

Um angemessen zu diversifizieren, müssten Aktionäre Dutzende Werte ins Depot aufnehmen, was entsprechend hohe Ausgaben nach sich zieht. Kleinanleger können genau dies mit geringem Kapitalaufwand über ETFs auf einen Schlag erledigen. Bei einigen Banken sind ETFs gar ein beliebtes Basisprodukt für den Aufbau von Fondssparplänen, die fürs Ansparen pro Monat nur geringe zweistellige Eurosummen vom Kunden verlangen.

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de
Für Inhalt und Rechtmäßigkeit dieses Beitrags trägt der Verfasser Sebastian Hell die alleinige Verantwortung. (s. Haftungshinweis)  
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