Alt 02.10.17, 14:25
Standard Wall Street auf neuem Allzeit-Hoch, aber bekommen wir im Oktober einen Crash?
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Die Wall Street erreichte am 29. September 2017 beim S&P-Index und NASDAQ-Index neue Allzeit-Hochs. Auch der der Deutsche Aktien-Index DAX konnte sich wieder prächtig erholen und notiert auch schon wieder fast auf All-Zeit-Hoch. Dennoch häufen sich jetzt immer mehr Gurus mit der Meinung, dass es einen Börsen-Crash geben könnte wie George Soros, Marc Faber, Ron Paul und Jim Rogers. Bei einem Börsen-Crash wie 1987 und 2008 werden in kurzer Zeit Billionen US-Dollar an Vermögenswerte vernichtet.

Noch schlimmer als ein Crash wäre aber einen nachaltigen Börsenbaisse wie in den Jahren 2000 bis 2003, denn nach einem Börsen-Crash kommen oft immer wieder schnelle Aufholeffekte, die letztendlich dann auch wieder zu neuen Allzeit-Hochs an den Weltbörsen führten. Aber wird das immer so bleiben?

Wall Street auf neuem historischen All-Zeit-Hoch

Der S&P-Index erreichte am 29. September 2017 das neuen Allzeit-Hoch von 2517 Indexpunkten und der NASDAQ-Index von 6495 Indexpunkten. Auch der DAX konnte am Freitag um 0,95 Prozent auf 12.850 Indexpunkte und ist nun nicht mehr vom historischen Allzeit-Hoch entfernt. Gold war hingen nicht gefragt und fiel um 0,32 Prozent auf nur noch 1283 USD-Dollar-Unzen. Am 8. September war der Goldpreis noch bei über 1350 US-Dollar die Unze, aber wenn die Aktienkurse stiegen werden Gold-ETFs wieder verkauft.

Der DAX konnte nach dem letzten sprunghaften Kursanstieg in € Gold in diesem Jahr wieder klar outperformen. So gab Goldpreis in 1 Jahr auch in US-Dollar um 2,5 Prozent nach und in 5 Jahren sogar um 28 Prozent - trotz aller Krisen in den letzten 5 Jahren. Dagegen stieg der DAX in 1 Jahr um 23 Prozent und in 5 Jahren um 75 Prozent, was schon ein erheblicher Wertunterschied ist. Noch klarer war der Wertunterschied gegenüber über dem NASDAQ-Index und Gold, denn der NASDAQ-Index stieg in 1 Jahr wie der DAX um 23,3 Prozent in 5 Jahren aber um 108 Prozent. Noch enttäuschender als Gold entwickelte sich aber mittelfristig der Silberpreis, der in 1 Jahr um 11,2 Prozent und in 5 Jahren sogar um 52 Prozent in US-Dollar einbrach. Im Grundsatz fallen die Gold und Silberpreise immer dann, wenn die Aktienkurse ansteigen, sprich wenn die Risikoneigung wieder zunimmt und mögliche Belastungsfaktoren in den Hintergrund treten.

Bitcoins und auch Bitcoin-Produkte stiegen nach dem China-Crash schon wieder auf über 3600 Euro und konnte damit sowohl die Aktienmärkte und erst recht Gold klar outperformen. Bitcoins bleiben damit in diesem Jahr die mit Abstand beste Geldanlage der Welt - dies aber unter großen Kursschwankungen. Aber auch hier droht ein „Bubble“.

Osteuropabörsen können weiterhin outperformen

Dennoch gibt es einige Gründe, warum der Aktienmarkt im Oktober kräftig korrigieren könnte, aber ob daraus dann ein Aktien-Crash gleich wird, ist keinesfalls sicher. Nach der Marktechnik sind die Haussetrends an den Weltbörsen noch voll intakt, wobei viele Börsen in Osteuropa sogar die etablierten Westbörsen klar outperformen konnten, besonders der CECE-Index mit Polen, Ungarn und Tschechien im Boot mit einem Plus von über 20 Prozent seit Jahresbeginn. Aber wie nachaltig dies ist muss abgewartet werden. Wenn die Wall Street in die Knie geht, werden auch die Börsen in Osteuropa kräftig korrigieren.

Will Trump wirklich einen Atom-Krieg mit Nord-Korea?

Viel wird davon abhängen, wie der Nord-Korea-Konflikt demnächst gelöst wird und zwar diplomatisch oder mit Waffen. Kim wird wohl mit weiteren Raketentests trotz der zunehmenden Sanktionen die USA provozieren, Ein Atom-Krieg könnte zweifellos einen Crash auslösen, muss aber nicht. Während der Kuba-Krise stiegen die Aktien-Kurse sogar und auch nach dem Beginn des völkerrechtswidrigen Irak-Krieges.

Während der US-Außenminister Rex Tillerson hier Gesprächsbereitschaft mit Nord-Korea signalisiert, twitterte US-Präsident Donald Trump, dass er hier jegliche Verhandlungen für aussichtslos hält und sich Tillerson die Gespräche sparen könnte, Nicht nur hier gerät er im Widerspruch zu Trump, sondern auch bei den rassistischen Anmerkungen von Trump. Aber auch ein neuer (Atom-)Konflikt mit dem Iran wäre wenig hilfreich. Trump muss und will aber auch die historische Steuerreform durch den Kongress bringen, aber ob er sie in Anbetracht der immer noch viel zu hohen Verschuldung auch durch den Kongress bekommt, ist zweifelhaft, wobei Trump bei der Obamacare schon gescheitert ist. Eine zweite Niederlage im eigenen Lager der Republikaner darf er sich nicht erlauben. Zudem droht noch ein „Kremlingate“ für Trump im Oktober, wo sich Trump zu seinen Russlandkontakten während des Wahlkampfes äußern muss. Es wurden nun 200.000 Twitter-Konten geschlossen, die für eine Wahlbeeinflussung in den USA gesorgt haben sollen.

Vorsicht vor Margin-calls: Zu hohe Aktienkäufe auf Pump sind eine Gefahr!

Schließlich wird es auch spannend, ob es der FED gelingt, dem Markt durch Wertpapierverkäufe Liquidität zu entziehen ohne dabei den Aktienmarkt negativ zu beeinflussen. Auch darf die FED in Anbetracht der Rekord-Wertpapierkredite nicht zu stark die Zinsen anheben, da sonst „Margin Calls“ bei fallenden Aktienkursen drohen. Die Zinsen sind aber auch wichtig für die enormen Aktien-Rückkaufprogrammen, die den amerikanischen Aktienmarkt künstlich oben halten. Fraglich ist auch, in welchen Umfang China amerikanische Anleihen kaufen bzw. sogar verkaufen wird. Wenn eine Zinswende eingeleitet wird, wäre dies sehr schädlich für den Aktienmarkt, wobei der US-Aktienmarkt ohnehin schon lange überbewertet ist. Spannend wird es in Europa auch, wenn Draghi den Beginn eines Taperings ankündigt, also den Anleihenkäufe reduziert. Auch dies würde den europäischen Aktienmarkt belasten.

Gibt es eine Jamaika-Koalition oder Neuwahlen in Deutschland

In Deutschland bleibt die Frage, ob es nach den Sondierungsgesprächen tatsächlich zu einer Koalition kommt oder gar Neuwahlen drohen, was dann den deutschen Aktienmarkt belasten würde. In Deutschland gibt es eine zunehmende Spaltung zwischen West- und Ost-Deutschland, was auch die Wahlergebnisse der AfD belegen, die in Ostdeutschland immerhin 21 Prozent und in Sachsen sogar 27 Prozent erreichten.

Die Türkei will nicht mehr in die EU, was wohl allen deutschen Parteien sehr genehm ist. Die Börse aus Istanbul ist übrigens trotz Erdogan mit einem Plus von über 40 Prozent nach Argentinien die am besten performende Börse der Welt, wenn man von Venezuela einmal absieht, wo es aber auch eine Hyperinflation gibt. Es macht wenig Sinn, ständig einen Crash zu prognostizieren, denn das Timing ist sehr bedeutsam. Anhand der Markttechnik ist aber gut und vor allem auch rechtzeitig ablesbar, ob es ein Crash geben kann oder nicht, wobei die dominante Nachrichtenlage auch entscheidend ist.

Was machen die „big player“?

Entscheidend ist dann aber noch, was die „big player“ und „Flash boys“ der Welt daraus machen. Die Volatilität ist nun fast auf dem niedrigsten Stand in der Nachkriegszeit, aber das kann sich schnell ändern, wenn es gravierende Nachrichten gäbe wie etwa ein Nord-Korea-Krieg, den die meisten Anleger bisher nicht für möglich halten, weil daraus ein Atom-Krieg werden könnte, wo später dann auch Russland und China betroffen wären. Die Abspaltung der Katalonen von Spanien ist hingegen ein Non-Event für die Börse.

Das Money- und Risiko-Management wird jetzt wichtiger

Ein Crash bedeutet auch immer Panikreaktionen der Massenanleger mit großen Volumen. Bisher ist von Panik nichts erkennbar, aber es wäre fahrlässig jetzt in Anbetracht der neuen Höchstkurse und erkennbaren Risiken allzu sorglos zu sein. Auch im neuen EAST STOCK TRENDS wird genau angeben, wann der Anleger vermehrt in Liquidität auch an den Weltbörsen gehen sollte und wie er jetzt seine Stopp-loss-Marken zu setzen hat. Das Money- und Risiko-Management wird umso bedeutsamer, je mehr die Aktienkurse jetzt weiter steigen, auch im Angst-Monat Oktober. Im Krisenfall dürfte sich auch der Goldpreis wieder etwas erholen, der zuvor in den letzten Wochen nachgab.

Erst informieren, dann investieren.

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Das goldige „Muster-Depot“ des EST aus dem Jahr 2016 liegt auch nach der Korrektur noch 42 Prozent im Plus und die Goldaktie Highland Gold Mining um über 100 Prozent seit 2016. Die Muster-Depots aus dem Jahr 2015 liegen mit 120 Prozent, 57 Prozent und 166 Prozent trotz des jetzt schwachen Gesamtmarktes in Russland ebenfalls immer noch kräftig im Plus, wobei die Muster-Depot-Aktien Aeroflot seit 2015 sogar um über 540 Prozent zulegen konnte, aber auch die Sberbank mit über 200 Prozent.

Interview-Hinweise: Da letzte Radio-Interview war am 4. September 2017 in Börsen Radio Networks über die Outperformancechancen in Osteuropa. Sie können sich die Interviews jetzt bei www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ runterladen, ebenso wie das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 140:



Seminar-Hinweis: Das nächste Ostbörsen-Seminar „Go East – Hochprozentiges aus Osteuropa“ wird am 29. November 2017 im 17.00 Uhr in Frankfurt/M gleich nach dem Eigenkapital-Forum stattfinden. Info und Anmeldung unter www.easstock.de/Dienstleistunen/Seminar.

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